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Linus Gerdemann liegt im Giro auf dem siebten Platz © getty

Linus Gerdemann verpasst auf einer spektakulären Giro-Etappe den Tagessieg. Dennoch hat der Milram-Profi Grund zur Freude.

L'Aquila - An einem denkwürdigen Tag ist für Milram-Kapitän Linus Gerdemann der Traum vom ersten Giro-Etappensieg wenige hundert Meter vor dem Zielstrich geplatzt.

Nach einer Attacke wurde der frühere Deutschland-Toursieger erst kurz vor dem Ziel noch eingeholt und musste sich am Ende der längsten Etappe der 93. Italien-Rundfahrt nach 262 km von Lucera nach L'Aquila mit dem sechsten Platz begnügen.

Es siegte der Russe Jewgeni Petrow vor dem Italiener Dario Cataldo und dem spanischen Ex-Toursieger Carlos Sastre.

Winokurow verliert Rosa

Dennoch gehörte Gerdemann zu den Gewinnern eines verregneten Tages. Denn der gebürtige Münsteraner gehörte einer der größten Ausreißergruppen in der Geschichte des Giros an, die das Gesamtklassement komplett auf den Kopf stellte und den Kasachen Alexander Winokurow aus dem Rosa Trikot fuhr.

"Das war eine verrückte Etappe. So etwas habe ich in meiner ganzen Karriere noch nicht erlebt. Als sich die große Spitzengruppe abgesetzt hat, sind die Favoriten ruhig geblieben. Keiner hat gezuckt", sagte Milram-Sportdirektor Christian Henn und ergänzte: "Für uns war die Situation optimal. Linus hat alles auf eine Karte gesetzt und nach dem Etappensieg gegriffen. Schade, dass es nicht gereicht hat."

Starke Fluchtgruppe

Bereits nach gut 20 km hatte sich die 56 Fahrer starke Fluchtgruppe vom Rest des Feldes abgesetzt und am Ende einen Vorsprung von 12:43 Minuten auf Winokurow und einem Großteil der Topfavoriten herausgefahren.

Damit übernahm der Australier Richie Porte vom Saxo-Bank-Team das Rosa Trikot des Gesamt-Ersten. Auf die Plätze zwei und drei wurden David Arroyo (Spanien/1:42) und der Kroate Robert Kiserlovski (1:54) vorgespült.

Gerdemann nun Siebter

Gerdemann liegt nur noch 5:34 Minuten zurück und kletterte vom 21. auf den siebten Platz. Auch Ex-Toursieger Carlos Sastre ist mit einem Rückstand von 7:09 Minuten wieder gut im Geschäft, während Winokurow nun gut zehn Minuten zurückliegt.

"Das war ein schrecklicher Tag für das Team. Aber der Giro ist noch nicht vorbei. Es kommen noch zehn Etappen. Mal sehen, was noch passiert", meinte Winokurow, der beim diesjährigen Giro fünf Tage in Rosa gefahren war. (Alle Radsport-News)

Die Etappe war dabei den 308 Erdbebenopfern gewidmet, die am 6. April vorigen Jahres bei der Naturkatastrophe ums Leben gekommen sind.

Am Donnerstag wird der Giro mit der zwölften Etappe von Citta Sant'Angelo nach Porto Recanati fortgesetzt. Dabei geht es überwiegend über flaches Terrain. Lediglich zwei Bergwertungen der dritten Kategorie sind zu bewältigen.

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