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Björn Thurau fährt seit 2007 für das Pro-Continental-Team Elk Haus Simplon © imago

Die deutsche Rad-Legende sieht den Radsport verseucht und "das Damoklesschwert gefallen." Um Filius Björn macht er sich Sorgen.

München - Der ehemalige deutsche Radstar Dietrich Thurau sieht seinen Sport nach den neuen Dopingskandalen am Ende.

"Der Radsport ist doch in der Öffentlichkeit synonym mit Doping. Im Moment denke ich, das war's mit dem Radsport in Deutschland. Deckel drauf und Schluss", sagte der 53-Jährige der "az".

Thurau, der 1977 auf 15 Etappen der Tour de France das Gelbe Trikot trug, hatte nach seiner Karriere selbst Doping eingestanden.

Angst um seinen Sohn

"Gegen das, was die heute machen, waren wir Chorknaben. Wir haben ein bisschen Amphetamine genommen und Anabolika, aber das war's auch", schilderte Thurau seine Sicht der Dinge: "Heute werden sonst was für Cocktails miteinander gemischt, Wahnsinn."

Thurau gestand ein, auch Angst um seinen bei einem österreichischen Team als Radprofi aktiven Sohn Björn zu haben.

Die Entscheidung von ARD und ZDF, die Tour nicht mehr zu übertragen, ist für Thurau nachvollziehbar: "Das Damoklesschwert schwang schon lange über dem Sport, jetzt ist es gefallen."

Ahnungsloser Holczer? "Unvorstellbar"

Es werde ewig dauern, bis der Radsport wieder eine Rolle spiele: "Wenn man einen Neuanfang macht, dann müssen auch neue Gesichter her. Auf allen Ebenen - Fahrer, Manager, Teamdirektoren."

Das beispielsweise Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer nichts vom Doping mitgekriegt habe, sei unvorstellbar.

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