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Carlos Sastre war 2006 bereits Dritter der Tour de France © getty

Der Spanier wird nach seinem Triumph bei der Tour de France frenetisch gefeiert. Doch der Radsport steckt weiter in der Krise.

Von Wolfgang Kleine

Köln/Madrid - Spaniens Presse feiert Tour-Sieger Carlos Sastre überschwänglich. Die Tageszeitung "El Mundo" schreibt: "Sastre erobert Paris in einem magischen Jahr für den spanischen Sport."

"AS" berichtet von einem "großen Jahr für den Sport in Spanien". "La Razon" hofft jetzt auch auf einen "überragenden Auftritt in Peking".

Während die Tour-Chefs nach den aufgedeckten vier Doping-Fällen und schärferen Kontrollen in Paris zu Gunsten des Radsports noch einen "Wind of Change" verspüren, sehen das die Renn-Organisatoren in Deutschland skeptischer.

Und das trotz der Klasseleistungen einiger deutscher Fahrer wie Stefan Schumacher, Marcus Burghardt, Gerald Ciolek und Sebastian Lang.

Holzczer prophezeit Probleme

Einige Veranstalter haben schon nach den vielen Manipulations-Skandalen das Handtuch geworfen, andere haben wie Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer riesige Probleme bei der Sponsoren-Suche.

So auch Artur Tabat, der für die Ausrichtung des Rad-Klassikers "Rund um Köln" am Ostermontag 2009 regelrecht auf Betteltour gehen muss. Die potenziellen Sponsoren winken ab oder geben auf Anfragen "überhaupt keine Antwort".

Tabat, der dazu noch den witterungsbedingten Ausfall seines Klassikers 2008 verkraften muss, macht die jüngsten Dopingsünder der Tour de France mitverantwortlich.

Er hat einen Hass auf diese Profis: "Das sind Idioten. Die sollte man erschlagen. Die jetzt noch dopen und erwischt wurden, sollte man nie wieder Radrennen fahren lassen. Sie zerstören den Radsport und machen alles kaputt, was andere versuchen, wieder aufzubauen."

Wut gegen Ricco

Seine spezielle Wut richtet sich gegen den der EPO-Einnahme überführten Lügenbaron Riccardo Ricco. Dessen Vater hatte schon über Riccardo gesagt: "Er ist zwar mein Sohn. Aber ich muss sagen, ich habe noch nie einen Menschen mit einem solch miesen Charakter erlebt."

Tabat: "Als Sponsoren finde ich derzeit nur Firmen, deren Vertreter Freunde das Radsports sind."

Auch Kai Rapp, Veranstalter der Deutschland-Tour, reagiert rigoros: "Kaum war der Dopingfall beim Team Saunier Duval öffentlich, da reagierte Rapp: "Die Mannschaft darf bei der Deutschland-Tour nicht starten."

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