vergrößernverkleinern
Jens Voigt hatte sich 2009 auf der 16. Tour-Etappe einen Jochbein- und Kieferbruch zugezogen © imago

Der Berliner gibt Armstrong keine Chance auf den Toursieg. Jens Voigt selbst glaubt fest ans Tour-Ticket, hat aber Deja-vus.

Meiringen - Altmeister Jens Voigt glaubt bei der in gut zwei Wochen beginnenden Tour de France nicht an einen achten Triumph von Lance Armstrong.

"Er hat noch nicht seine Karten aufgedeckt. Er weiß, dass bis zum Tour-Start noch ein paar Tage Zeit sind und ebenso bis zu den ersten Bergetappen. Aber das muss ich auch sagen: Ich habe ihn zu diesem Zeitpunkt schon einmal mit einem leichteren Tritt gesehen", sagte der zweimalige Deutschland-Tour-Sieger im Interview mit "t-online.de".

Für Voigt ist Vorjahressieger Alberto Contador der große Favorit, der in seiner eigenen Kategorie fahre. "Contador war immer fit, wenn er in der Tour gebraucht wurde, und das wird wohl in diesem Jahr auch so sein", ergänzt der 38-Jährige.

Evans, Wiggins und Armstrong im Nachteil

Die diesjährige Frankreich-Rundfahrt sei eine Tour für Bergfahrer, und das passe den Schleck-Brüdern Andy und Frank, den Teamkollegen von Voigt, sowie Contador besser, weniger aber Fahrern wie Cadel Evans, Bradley Wiggins oder Lance Armstrong.

Eigene Ambitionen, etwa einen Etappensieg oder die Eroberung des Gelben Trikots, hegt Voigt nicht mehr.

"Ich hatte genug Zeit, mich da auszutoben und habe bei der Tour das ein oder andere erreicht. Ich muss mir nichts mehr beweisen. Das Schönste wird sein, wenn ich in Paris durchs Ziel fahre und die Mannschaft hat Gelb und ist zufrieden, dass du dabei warst", sagt der gebürtige Mecklenburger vor seiner 13. Tour-Teilnahme.

Noch einer fällt durchs Rost

Dass Voigt dabei ist, davon geht er fest aus. (Alle Radsport-News).

Aus dem vorläufigen Tour-Kader des Saxo-Bank-Teams muss noch ein Fahrer gestrichen werden.

"Fabian Cancellara und die beiden Schleck-Brüder Frank und Andy sind gesetzt, es bleiben also sieben Mann für sechs Plätze. Ich gehe aber schwer davon aus, dass ich es schaffen werde", sagte der fünffache Familienvater.

Der Sturz und die Deja-vus

An seinen schweren Sturz bei der Tour 2009 denkt er indes nicht mehr groß zurück. "Ich bin da alte Schule. Das war ein Unfall, keiner weiß, warum und wieso." (250046Massensturz bei der Tour de Suisse)

"Es war nicht mein Fahrfehler, es war kein Materialfehler, demzufolge musste ich mir auch keine Sorgen machen, dass ich ein schlechter Bergabfahrer bin", sagt der Allrunder:

"Ich habe es komplett ausgeblendet, aber wenn du mit 80 oder 90 km/h den Berg wie hier bei der Tour de Suisse runter fährst, dann denkt man schon: Oah, irgendwie habe ich hier ein Deja-vu."

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel