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Lance Armstrong gewann die Tour de France bereits siebenmal © imago

Lance Armstrong geht mit Rückenwind in die heiße Vorbereitungsphase. Doch die einstige Paradedisziplin bereitet Probleme.

Berlin/Genf - Nach der gelungenen Generalprobe genießt Lance Armstrong die Sonne am Genfer See und geht voller Optimismus in die heiße Vorbereitungsphase für die Tour de France.

Sein zweiter Platz bei der Tour de Suisse hat dem Texaner Rückenwind für den Angriff auf den achten Tour-Sieg gegeben.

"Das Ergebnis zeigt, was von mir zu erwarten ist. Ich versuche noch, das eine extra Prozent aus mir herauszuholen. Es wird ein enges Rennen", sagte Armstrong (Alle Radsport-News).

Mit seinem Mentor Johan Bruyneel nimmt der 38-Jährige in dieser Woche die Alpenpassagen der am 3. Juli in Rotterdam beginnenden Tour unter die Lupe.

Im noblen Genf hat Armstrong sein Basislager aufgeschlagen, von dort aus geht es nach Morzine, zum Col de la Madeleine und zum Col de la Colombiere.

Drei, zwei, eins...

Rein mathematisch ist ihm der achte Triumph auf den Champs Elysees ohnehin nicht mehr zu nehmen. "Ich war Dritter in Luxemburg und Zweiter in der Schweiz. Da lässt sich das nächste Rennen leicht ausrechnen", scherzte Armstrong.

Über seine Form zeigte sich der Kapitän des Teams RadioShack zwei Wochen vor der Tour erfreut.

Am Berg in Form

Mit seinen Leistungen in den Bergen kann der selbsternannte Boss des Pelotons durchaus zufrieden sein. Im Zeitfahren hat er allerdings Nachholbedarf. Auf dem Schlussabschnitt der Tour de Suisse verlor Armstrong über eine Minute auf Sieger Tony Martin.

Tour-Favorit Alberto Contador, der bei der Dauphine Libere den Prolog gewonnen hatte, scheint bereits einen Schritt weiter zu sein.

Schwächen in der Paradedisziplin

Armstrong wies kritische Nachfragen jedoch zurück. "Im Resultat spiegelt es sich nicht wieder, aber ich habe mich gut gefühlt", sagte der Amerikaner. Es sei ein hartes Zeitfahren gewesen ohne Verschnaufpausen und die äußeren Bedingungen hätten sich ein wenig verschlechtert.

Es ist dennoch auffällig, dass Armstrong in seiner einstigen Paradedisziplin Zeitfahren seit seinem Comeback im vergangenen Jahr der Konkurrenz oft hinterherfährt.

Ein elfter Platz wie am Sonntag wäre zu seinen Glanzzeiten selbst gegen Spezialisten wie Martin und Fabian Cancellara (Schweiz/Saxo Bank) indiskutabel gewesen.

Profil spricht für Armstrong

Armstrong dürfte nach jetzigem Stand sogar entgegenkommen, dass es bei der Tour nur ein langes Zeitfahren gibt.

Damit erspart er sich womöglich, auf Fahrer wie Bradley Wiggins (Großbritannien/Sky) oder Denis Mentschow (Russland/Rabobank) in den Bergen ein oder zwei Minuten aufholen zu müssen.

Edelhelfer contra Contador

Der Rekordsieger der Frankreich-Rundfahrt wird im Juli alles auf die Teamkarte setzen. In seinem Landsmann Levi Leipheimer und dem Cottbuser Andreas Klöden hat er Helfer in seinem Team, die in nahezu jeder anderen Mannschaft selbst Kapitän wären.

Durch taktisches Fahren wird die Armstrong-Equipe versuchen, den antrittsstärkeren Alberto Contador (Spanien/Astana) und Andy Schleck (Luxemburg/Saxo Bank) den Zahn zu ziehen.

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