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Hat die Dopingeinnahme gestanden: Bernhard Kohl © imago

Der geständige Dopingsünder Bernhard Kohl schildert seine Vorgehensweise. Jaksche warnt den Österreicher vor dem Auspacken.

Von Wolfgang Kleine

Wien - Der geständige Dopingsünder Bernhard Kohl legt jetzt die Karten offen auf den Tisch.

Der Österreicher erklärt, wie er sich mit dem Ausdauer-Wirkstoff CERA gedopt hat.

"Ich habe mir die Spritze selber gegeben, das ist wie ein Thrombose-Spritze in die Bauchfalte", schildert der Dritte der Tour de France den Vorgang im Rundfunk-Sender "ORF", "das ist keine große Sache."

Kohl, der jetzt mit einer zweijährigen Sperre rechnen muss, nimmt seinen Manager Stefan Matschiner wie schon zuvor seinen Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holzer aus der Schusslinie.

Kein Dopingmittel vom Manager

Matschiner habe ihm das verbotene EPO-Präparat CERA nicht besorgt. Kohl will sich jetzt vor der Anti-Doping-Agentur Österreichs äußern. Das soll in den kommenden acht Wochen geschehen.

Derweil hat der geständige Dopingsünder Jörg Jaksche den Kollegen Kohl gewarnt, voll auszupacken. Jaksche wäre am 30. Juni nach seiner Sperre wieder startberechtigt gewesen, fand aber als "Nestbeschmutzer" kein Team mehr.

Jaksche bei "ORF.at": "Ich wäre zwar im Sinne des Radsports dafür, das alles offenzulegen und die Situation im Detail zu schildern. Doch in Kohls Fall sehe ich das anders. Er hat noch nicht finanziell ausgesorgt."

"Er soll die Klappe halten"

Wenn er wieder Rad fahren möchte, dann soll er "im eigenen Interesse die Klappe halten und die zweijährige Sperre auf sich nehmen", so Jaksche, "nur dann ist er im Peloton wieder willkommen."

Nach Meinung des Deutschen sei der "ehrliche, andere Weg lang und gefährlich, beschwerlich und im Endeffekt für niemanden effektiv. Darüber könnte ich viel erzählen."

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