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Fabian Wegmann und Linus Gerdemann (l.) sind zwei Speerspitzen des Milram-Teams © getty

Das Profi-Team will mit einer 15er-Armada seine Chance auf den ersten DM-Titel nutzen. Doch das Fiasko von 2009 ist unvergessen.

Sangerhausen - Milram zum Siegen verdammt: Wenn am Sonntag der deutsche Straßenrad-Meistertitel im letzten Test vor der Tour de France vergeben wird, steht der Gewinner fast schon vor dem Rennen fest.

Das einzige deutsche ProTour-Team schickt allein 15 Fahrer auf den schweren Rundkurs in Sangerhausen. (Alle Radsport-News)

Nur ein taktischer Fehler könnte dazu führen, dass Milram seinen ersten DM-Titel erneut verpasst.

"Wir sind gegen diese Übermacht nur Underdogs. Für uns geht es nur darum, Rennpraxis zu sammeln", sagt Columbia-Sportdirektor Rolf Aldag.

Letzte Chance für alten Sponsor

Sein Team ist mit fünf Fahrern vertreten, von denen nur Tony Martin (Cottbus) eine realistische Siegchance hat.

Für das Team Milram, dessen Hauptsponsor zum Jahresende aussteigt, ist es die letzte Chance auf das Trikot mit dem schwarz-rot-goldenen Brustring.

In Linus Gerdemann (Münster), Christian Knees (Euskirchen) und dem zweimaligen Meister Fabian Wegmann (Freiburg) stellt die Equipe in Sachsen-Anhalt drei Top-Favoriten.

Nachwuchsfahrer stürzen die Favoriten

"Unser Ziel ist ganz klar der Meistertitel. Sonst brauchen wir gar nicht erst an den Start zu gehen", sagt der Sportliche Leiter Ralf Grabsch. Der Ex-Profi mahnt allerdings auch: "Wir dürfen die starke Konkurrenz nicht unterschätzen."

Zu präsent scheint bei Milram noch das Fiasko aus dem Vorjahr zu sein, als man in Cottbus die mit Abstand stärkste Mannschaft stellte und am Ende nicht einmal auf das Podium fuhr.

Die drei Nachwuchsfahrer Martin Reimer (Freiburg), Roger Kluge (Cottbus) und Dominic Klemme (Bielefeld) hatten die Favoriten schlicht düpiert.

"Etwas für Ardennenspezialisten"

Diese Gefahr sollte in diesem Jahr durch den anspruchsvollen Kurs gebannt sein.

Frauen-Bundestrainer Thomas Liese hat in seiner Heimatstadt eine selektive 9,7-km-Runde gesteckt, die 21-mal bewältigt werden muss. Dabei gilt es, insgesamt fast 2500 Höhenmeter zu überwinden.

Titelverteidiger Reimer hat wenig Hoffnung auf einen erneuten Coup. "Es wird sehr schwer. Ich bin für meine Gegner kein Unbekannter mehr. Die letzten 1000 Meter sind auch eher etwas für Ardennenspezialisten", sagte Reimer.

Auch Voigt am Start

In Andreas Klier hat der Freiburger nur einen Helfer aus seinem Cervelo-Team an der Seite.

Dennoch gibt es eine Handvoll Einzelkämpfer, die sich gegenseitig unterstützen könnten, um Milram die Suppe zu versalzen.

Neben Oldie Jens Voigt (Berlin) und dem erfahrenen Marcus Burghardt (Zschopau) dürften vor allem die jungen Klassikerspezialisten Simon Geschke (Berlin) und Paul Martens (Rostock) ihre Chance suchen.

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