vergrößernverkleinern
Alberto Contador gewann 2009 zwei Einzeletappen bei der Tour de France © getty

Den größten Feind im eigenen Team ist Tour-Favorit Contador mit Armstrong los. Doch ein weiteres Alphatier wittert seine Chance.

Berlin - Auf dem Rad ein Killer, im wahren Leben ein Sensibelchen: Mit acht treuen Helfern und Kuschelatmosphäre will Alberto Contador zum dritten Mal die Tour de France gewinnen.

Eine Tortur wie im letzten Jahr, als der Spanier nach den Etappen die verbalen Attacken von Lance Armstrong abwehren musste, soll sich nicht wiederholen.

"Ich mag einfach keinen Streit. Ich mag es, mich mit den Leuten zu verstehen", sagt Contador.

Dennoch hat Pistolero Contador aus dem Duell mit Cowboy Armstrong nicht nur Negatives davongetragen.

"Das waren Erfahrungen im Wert von drei Jahren. Ich bin dadurch reifer geworden", sagt der 27-Jährige. Zwei Rennen habe er im vergangenen Jahr gewonnen, eines auf der Straße und eines im Hotel.

Neuordnung im Team

Sein Astana-Team hat Contador komplett umgekrempelt. Oder besser gesagt: Armstrong hat es. Der Texaner hat schlicht die halbe Mannschaft für sein neues Team RadioShack abgeworben.

Armstrong hat Contador damit wohl eher einen Gefallen getan. "Mein jetziges Team steht loyal zu mir und ist bereit, alles zu opfern. Die Atmosphäre ist viel entspannter."

Alphamännchen Winokurow

Ob es im Astana-Hotel wirklich ruhig zugehen wird, ist dennoch fraglich. Denn in Alexander Winokurow hat Contador ein Alphamännchen wie Armstrong im Team.

Der Kasache ließ nie unerwähnt, dass Astana sein Baby sei und für ihn gegründet worden war. Dennoch, versprach der einstige Dopingsünder hoch und heilig, dass er bei der Tour Helferdienste für Contador leisten wolle.

Kopfsteinpflaster als Gefahr

In den Bergen und womöglich auch im Zeitfahren wird Contador kaum zu bezwingen sein. Das größte Problem erwartet den Kletterspezialisten auf der dritten Etappe, wenn es über die Kopfsteinpflasterpassagen des Klassikers Paris-Roubaix zum gefürchteten Wald von Arenberg geht.

Auf Pisten, die man mit dem Auto nicht freiwillig befahren würde, werden Contadors Konkurrenten zum Großangriff blasen (Alle Radsport-News).

"Die erste Woche liegt mir überhaupt nicht. Das bringt mich zwar nicht um den Schlaf, aber ich habe Respekt vor dieser Etappe", sagt der zweimalige Tour-Sieger.

Entscheidung in den Bergen

Der Respekt ist so groß, dass Contador sogar seine Saisonvorbereitung geändert hat. Erst tönte er, kein spezielles Training für das Kopfsteinpflaster zu brauchen. Vor ein paar Wochen nahm er schließlich Einzelunterricht beim früheren Roubaix-Sieger Peter van Petegem.

Die Tour wird, da ist sich Contador sicher, ohnehin in den Bergen entschieden. Wenn in der letzten Woche die Pyrenäen anstehen, ist das Leichtgewicht aus Madrid in seinem Element. "Da kann man viel riskieren. Das liegt mir besser als im letzten Jahr", sagt Contador.

Hauptkonkurrent Schleck

Der Kreis der Favoriten ist in diesem Jahr durch die Rückkehr von Ivan Basso weiter angewachsen. Geht es allerdings nach Contador, so könne ihm nur einer das Wasser reichen.

"Andy Schleck ist der Mann, den ich schlagen muss." Über Armstrong verliert er keine Silbe.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel