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Christian Knees hat sich bei der Tour einen Etappensieg zum Ziel gesetzt © imago

Die Zukunft bei Milram ist fraglicher denn je, auch für den frischgebackenen Straßenrad-Meister Christian Knees.

Sangerhausen - Sein Trikot mit dem scharz-rot-goldenen Brustring wollte Christian Knees gar nicht mehr ausziehen.

Verwunderlich ist das nicht, denn der Titel bei den deutschen Straßenrad-Meisterschaften dürfte für Knees die beste Bewerbung auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber sein.

Die Zukunft bei Milram ist fraglicher denn je, ein neuer Hauptsponsor ist immer noch nicht gefunden.

"Ich habe noch kein konkretes Angebot, aber ich mache mir keine Sorgen um meine Zukunft. Man fängt halt nicht erst auf den letzten Drücker an, sich zu bewerben", sagt Knees.

Im Hintergrund zieht sein Berater die Fäden und kontaktiert mögliche neue Arbeitgeber. Am liebsten, sagt Knees, würde er natürlich bei Milram und Teamchef Gerry van Gerwen bleiben.

Sponsorenmangel trotz Erfolgen

Der Wunsch scheint aber nicht in Erfüllung zu gehen. Sein Titel war zwar der zehnte Saisonsieg für Milram, womit das Team jetzt schon erfolgreicher ist als im Vorjahr (Alle Radsport-News).

Allerdings sind Erfolge im deutschen Radsport längst nicht mehr damit verbunden, dass die Sponsoren Schlange stehen.

Zuletzt musste das Hans-Michael Holczer bitter erfahren. Obwohl die inzwischen des Dopings überführten Stefan Schumacher und Bernhard Kohl bei der Tour de France glänzten, musste der Mathematik- und Geschichtslehrer sein Team Gerolsteiner dicht machen.

Nur ein deutsches ProTour-Team

In Milram wird das letzte deutsche ProTour-Team seinen Betrieb womöglich einstellen und Knees fürchtet weit reichende Konsequenzen.

"Dann versinkt Deutschland in Sachen Radsport wieder im Niemandsland", sagt der 29-Jährige aus Euskirchen und flüchtet sich in Plattitüden: "Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben."

Flucht nach vorne

Knees will bis zur letzten Pedalumdrehung alles für Milram geben. Für die am Samstag in Rotterdam beginnende Tour de France hat er sich hohe Ziele gesetzt.

"Ich will einen Etappensieg", sagt er. Möglichst aus einer Fluchtgruppe heraus soll es klappen, wie am Sonntag in Sangerhausen, als keiner seinem Antritt auf der letzten Runde folgen konnte.

Helfer für Gerdemann

Dabei wäre der blonde Schlacks aus dem Rheinland auch einer für die Gesamtwertung. Nicht für das Podium, aber durchaus für die besten 15. Im vergangenen Jahr war er 21. und bester Fahrer seines Teams.

Fast vier Minuten lag Knees vor Linus Gerdemann, dem er in diesem Jahr helfen soll. Bei der Tour de Suisse war er 2008 Neunter, die Bayern-Rundfahrt gewann er in dem Jahr sogar.

Höhenflug beim Highlight?

Den Feinschliff für die Tour holte er sich bei den nationalen Titelkämpfen, die Grundlagen legte Knees in den zehn Tagen zuvor.

Mit sechs Teamkollegen bezog er ein Höhentrainingslager in Sölden.

Der Höhenluft soll nun der Höhenflug bei der Tour folgen. Natürlich für sein Team, aber auch ein bisschen für die eigene Zukunft.

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