vergrößernverkleinern
Lance Armstrong wurde 1993 in Oslo Straßenweltmeister der UCI © getty

Der Rekordsieger sagt der Frankreich-Rundfahrt adieu. Doch vom Karriereende will Lance Armstrong noch nichts wissen.

Berlin - Adieu via Twitter: Lance Armstrong hat über das Internet seinen endgültigen Abschied von der Tour de France verkündet - und mehr als 2,5 Millionen Menschen waren dabei.

Seine treuen Gefolgsleute in dem Kurznachrichtendienst erhielten die Neuigkeit zuerst. Der PR-Profi und Rekordchampion nimmt die Große Schleife 17 Jahre nach seinem Debüt zum letzten Mal in Angriff.

"Es wird meine letzte Tour de France sein. Es war großartig und ich freue mich auf drei tolle Wochen", twitterte der 38-Jährige. Armstrong wird sich zum 13. Mal der dreiwöchigen Tort(o)ur stellen, die er zwischen 1999 und 2005 siebenmal in Folge gewann.

Etliche Sticheleien mit Contador

Das Ziel ist trotz des hohen Alters klar: Der achte Sieg soll her. Armstrongs Motivation ist vor allem, seinem Intimfeind Alberto Contador eine Lektion zu erteilen.

Im vergangenen Jahr fuhren die beiden Streithähne bei Astana und tauschten über die Presse etliche Sticheleien aus. Armstrong, so liegt es in der Natur des Texaners, war in dieser Disziplin eifriger und erfolgreicher.

Auf dem Rad war der Patron chancenlos gegen Contador, dennoch reichte es am Ende zu einem respektablen dritten Platz.

Zwei Klassement-Fahrer nur Edelhelfer

Insgeheim war das für Armstrong eine Niederlage, also setzt er im Duell mit dem Spanier weiter auf Psychotricks. "Die Tour wird verdammt eng. Ich bin bereit dafür und denke, ich kann sie gewinnen", sagte Armstrong.

Im Kampf gegen Contador, Ivan Basso, Weltmeister Cadel Evans und Andy Schleck setzt der RadioShack-Kapitän auf die Teamkarte. ("Killer" Contador setzt auf Kuschel-Klima)

In Levi Leipheimer und Andreas Klöden hat er zwei Edelhelfer an seiner Seite, die selbst um den Sieg mitfahren könnten. Zudem sollen Dauphine-Sieger Janez Brajkovic und Jaroslaw Popowitsch das Tempo in den Bergen hoch halten.

Wieder neue Doping-Anschuldigungen

Dass es bei der 97. Tour nur ein langes Zeitfahren geben wird, kommt Armstrong sogar entgegen.

Seit seinem Comeback zeigte der Ex-Weltmeister in seiner einstigen Paradediszilpin ungeahnte Schwächen. "Das war enttäuschend für mich", sagte Armstrong. "Auf der anderen Seite bin ich immer noch vorne dabei, trotz des ganzen Blödsinns, den ich jeden Tag in den Zeitungen und im Internet lese."

Damit spielt Armstrong auf die neuesten Doping-Vorwürfe gegen ihn an. Vor einem Monat hatte sein früherer Teamkollege Floyd Landis ein Geständnis abgelegt. (Alle Radsport-News)

Hetze gegen Landsmann Landis

Er packte umfassend über Armstrongs angebliche Doping-Praktiken aus und behauptete, dass sogar ein positiver Dopingtest vom Weltverband UCI vertuscht worden war.

Armstrong, der in seiner Karriere noch nie positiv getestet worden war, bestritt die Vorwürfe umgehend. Auch die UCI reagierte empört und drohte rechtliche Schritte gegen Landis an.

Armstrong verzichtete darauf, seine Anwälte einzuschalten und hetzte öffentlich gegen den aus seiner Sicht unglaubwürdigen Landis.

Untersuchung bis 2016?

Derzeit wird der Fall von der US-Anti-Doping-Agentur Usada, der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sowie US-Behörden untersucht.

Letztere ermitteln wegen möglichen Betrugs oder Verschwörung. WADA-Generaldirektor David Howman nannte die Untersuchung gegenüber der New York Times "fruchtbar", stellte allerdings auch in Aussicht, dass sie sich bis 2016 hinziehen könnten.

Zum Forum - Jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel