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NetApp-Teammanager Jens Heppner (l.) fuhr unter anderem für das Team Telekom © imago

NetApp hat große Ambitionen und will schon 2012 bei der Tour de France dabei sein. Die Plätze im Team sind angeblich heiß begehrt.

Rotterdam - Mit großen Ambitionen und den Millionen eines Sponsors will NetApp die deutsche Nummer eins im Radsport werden und 2012 bei der Tour de France starten.

"Wir wollen in die erste Liga", sagte Teamchef Ralph Denk vor Beginn der Tour am Samstag in Rotterdam: 256736(Tour 2010: Die Etappenprofile)

"Wir sind aber kein Retortenteam. Wir setzen auf gesundes Wachstum."

Deshalb haben Denk und NetApp-Europachef Andreas König darauf verzichtet, bereits für die kommende Saison eine ProTour-Lizenz zu beantragen. (Alle Radsport-News)

2011 will das derzeit drittklassige Team eine Etage höher als ProContinental-Mannschaft fahren. "2012 wollen wir in die ProTour und hoffen auf eine Wildcard für die Tour de France", sagte Denk.

Team soll aufgestockt werden

Von derzeit 14 soll die Mannschaft im kommenden Jahr auf maximal 18 Fahrer aufgestockt werden. Die Ex-Profis Jens Heppner und Enrico Poitschke sind weiter als Sportliche Leiter.

Die Plätze im Team NetApp sind heiß begehrt, das ambitionierte Projekt hat sich herumgesprochen. "Im letzten Jahr hatten wir 300 Bewerbungen, in diesem Jahr sind es bereits 90", sagte Denk. Sechs Plätze im Team sind für deutsche Profis reserviert.

Ein Star wie der am Ende der Saison vertragslose Andre Greipel steht allerdings nicht zur Debatte. Dieses Kaliber, meinte Denk, sei für 2011 noch nicht ihr Ziel.

DNA-Proben und biologischer Pass

Ein Engagement bei NetApp wäre ohnehin an Bedingungen geknüpft. Die Fahrer müssten einen großen Teil des Jahres in der Teambasis im belgischen Kelmes unweit von Aachen wohnen. Man wolle eine neue Generation von Radsportlern.

Bei dieser neuen Generation spielt natürlich der Anti-Doping-Kampf eine große Rolle. "Wir haben da knallharte Verträge", sagte Denk:

"Unsere Fahrer müssen DNA-Proben abgeben, und ihre Ärzte können von der Schweigepflicht entbunden werden. Außerdem bekommen die Fahrer im nächsten Jahr den Biologischen Pass des Weltverbandes."

Investition gegen den Trend

Die Ziele scheinen gewaltig, zumindest an der nötigen finanziellen Unterstützung wird es nicht mangeln. "Wir statten das Team mit den Mitteln aus, dass es jede Klasse solide fahren kann", sagte König. Die genauen Zahlen bleiben allerdings Betriebsgeheimnis.

Dass NetApp gegen den Trend agiert und zum jetzigen Zeitpunkt kräftig in den Radsport investiert, sei keineswegs ungewöhnlich.

Jeder könne einsteigen, wenn der Radsport ganz oben sei. Doch nur wenn man sich jetzt engagiere, ist König überzeugt, könne man in ein paar Jahren zufrieden auf das Erreichte zurückblicken.

Schon in Hoffenheim im Boot

Das wichtigste Rennen wird 2011 die Kalifornien-Rundfahrt sein. Das Unternehmen NetApp, das weltweit jährlich vier Milliarden Dollar umsetzt, hat seinen Sitz in Kalifornien.

Das einstige Start-up hat schon bewiesen, dass es beim Sportsponsoring den richtigen Riecher hat. Vor einigen Jahren engagierte man sich als Hauptsponsor beim damaligen Provinz-Fußballverein 1899 Hoffenheim.

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