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Der Brite Mark Cavendish gewinnt bereits seine elfte Tour-de-France-Etappe © getty

Der Brite setzt sich vor Ciolek durch. Ein Ausreißversuch schlägt fehl. Petacchi hat mit der Entscheidung nichts zu tun.

Montargis - Erst fiel Mark Cavendish Lehrmeister Erik Zabel erleichtert um den Hals, dann heulte der sonst so hart gesottene Brite bei der Siegerehrung wie ein kleiner Junge.

Der umstrittene Sprintstar feierte auf der fünfte Etappe der 97. Tour de France endlich den ersehnten Etappensieg (260688die Bilder) und brachte die Kritiker einen Tag nach seinem Ausraster im Teambus vorerst zum Schweigen (DATENCENTER: Die Ergebnisse der 4. Etappe).

"Ich bin sehr erleichtert. Das war ein emotionaler Sieg für mich. Radsport ist mein Leben", sagte Cavendish nach seinem Triumph. Und auch der sportlichen Leitung fiel ein Stein vom Herzen.

"Wir haben immer an ihn geglaubt. Das war heute ein Sprint wie im letzten Jahr", sagte Columbia-Sportdirektor Rolf Aldag. Der stolze Zabel grinste über das ganze Gesicht und meinte: "Hoffentlich ist der Knoten jetzt geplatzt."

Ciolek Zweiter

Cavendish verwies Milram-Profi Gerald Ciolek nach 187,5 km von Epernay nach Montargis deutlich auf Platz zwei.

"Ich war nah dran. Ich hatte nach der letzten Kurve den richtigen Riecher, um an das Hinterrad von Cavendish zu kommen. Leider war ich im entscheidenden Moment ein bisschen zu verhalten", meinte Ciolek.

Auch der zweimalige Sprintsieger Alessandro Petacchi war chancenlos und wurde nur Achter.

Kritik zeigt Wirkung

Noch einen Tag zuvor hatte sich "King Cav" heftige Kritik vom eigenen Team gefallen lassen müssen 256736(Tour 2010: Die Etappenprofile) .

Zunächst hatte er im Sprintfinale weit vor dem Ziel die Beine hoch genommen, danach seinen Helm wütend aus dem Bus geschleudert.

Einzelne Stimmen wurden laut, Columbia hätte lieber Andre Greipel nominieren sollen.

Hushovd bleibt vorn

Mit seinem vierten Saisonsieg meldete sich der zur Arroganz neigende schnelle Mann von der Isle of Man jedoch auch im Rennen um das Grüne Trikot zurück.

Das Finale bereitete Anfahrer Mark Renshaw für Cavendish mustergültig vor (DATENCENTER: Die Gesamtwertung).

"Wir bleiben dran und arbeiten dafür. Die Sprinter müssen erstmal bis Paris kommen", sagte Aldag.

Momentan ist das begehrte Leibchen auf den Schultern von Thor Hushovd. Der Norweger lag auch im vergangenen Jahr vor Cavendish, obwohl dieser sechs Etappen gewonnen hatte.

Cancellara weiter in gelb

Der Schweizer Fabian Cancellara hatte keine Probleme, sein Gelbes Trikot erfolgreich zu verteidigen (Alle Radsport-News) .

Der Zeitfahr-Weltmeister liegt weiter 23 Sekunden vor dem Briten Geraint Thomas und 39 vor Cadel Evans. Toursieger Alberto Contador (1:40) bleibt Gesamtneunter, Lance Armstrong (2:30) liegt auf Platz 18.

Drei Ausreißer hatten die Etappe lange bestimmt und einen Vorsprung von beinahe sechs Minuten herausgefahren.

Vier Kilometer vor dem Ziel wurden Jurgen van de Walle, Jose Ivan Gutierrez und Julian El Fares jedoch vom Feld gestellt und das Sprint-Spektakel begann.

Massenankunft in Guegnon?

Auch die morgige Etappe sollte den Sprintern entgegenkommen..

Zwar ist die sechste Etappe (ab 14.30 Uhr im LIVE-TICKER) über 227,5 km von Montargisnach Gueugnon deutlich profilierter, doch die vier zu bewältigenden Hügel wurden lediglich der vierten Kategorie zugeordnet.

Die ersten Bergetappen stehen am Samstag und Sonntag auf dem Programm.

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