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Lance Armstrong gewann die Tour de France sieben Mal in Folge © getty

Die eventuelle Rückkehr des Tourminator treibt die Veranstalter und Fahrer um. Linus Gerdemann ist geteilter Meinung.

Paris - Als im mondänen Palais de Congres in Paris der Vorhang für die Tour de France 2009 fiel, waren die Diskussionen über ein mögliches Armstrong-Comeback in Frankreich schon in vollem Gange.

So spektakulär die Streckenführung der 96. Tour mit dem Grand depart in Monaco, dem Abstecher nach Barcelona und dem Showdown auf dem berüchtigen Mont Ventoux auch ist, nach den turbulenten Wochen war die Route der Grand boucle nur ein Randthema.

"Kommt er oder kommt er nicht?", war eine der zentralen Fragen in Paris, womit eine mögliche Rückkehr des siebenmaligen Toursiegers Armstrong gemeint war.

Eine Frage der Form

"Das Medieninteresse würde sicherlich steigen, aber in puncto Glaubwürdigkeit sehe ich ein Comeback von Armstrong kritisch", sagte Deutschland-Tour-Sieger Linus Gerdemann, der nach seiner verletzungsbedingten Pause im kommenden Jahr "ambitioniert in das Highlight Tour de France" gehen will.

Auf lediglich 50 Prozent bezifferte Astana-Teamchef Johan Bruyneel die Chancen auf eine Rückkehr seines Schützlings zur Tour.

"Er wird beim Giro d'Italia starten, das ist sicher. Danach hängt alles von seiner Form und den Leistungen in den ersten Rennen ab", reduzierte Bruyneel einen Armstrong-Start auf sportliche Aspekte. Momentan bestehe aber kein Zweifel daran, dass der US-Amerikaner immer noch vorne mitfahren kann. "An diesem 22. Oktober 2008 ist er vielleicht besser in Form als in den Jahren 2003 oder 2004", sagte Bruyneel.

"Schwierige Beziehung zu Frankreich"

Die belgische Rad-Legende Eddy Merckx glaubt derweil gar nicht an einen Start Armstrongs. "Es gibt viele Gründe, der wichtigste ist seine schwierige Beziehung zu Frankreich und der französischen Presse", sagte Merckx der belgischen Zeitung "Le Soir".

Tour-Chef Christian Prudhomme ist es gleich, ob Armstrong, der im Gegensatz zu den letzten Toursiegern Carlos Sastre, Alberto Contador und Oscar Pereiro in Paris nicht anwesend war, starten wird: "Er muss entscheiden. Es ist weder gut noch schlecht für die Tour. Ich will nichts weiter zu dieser Seifenoper beitragen."

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