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Für Mark Cavendish ist es bereits der 12. Etappensieg bei der Tour de France © getty

Der Columbia-Sprinter holt sich seinen zweiten Etappensieg in Folge. Lang startet einen Ausreißversuch - und scheitert.

Gueugnon - Nachdem Sprinterkönig Mark Cavendish in nur 24 Stunden die Radsport-Welt wieder zurechtgerückt hatte, schickte sein Teamkollege Tony Martin eine deutliche Botschaft an die Konkurrenz.

"Cav war unglaublich. Er ist ab jetzt im Sprint nicht mehr zu schlagen", tönte Martin, nachdem der "Bad Boy des Pelotons" zum zweiten Mal bei der 97. Tour de France zugeschlagen hatte.

Der Brite setzte sich auf der längsten Etappe der 97. Tour de France nach 227,5 km von Montargis nach Gueugnon souverän vor dem Amerikaner Tyler Farrar durch und feierte seinen zweiten Tagessieg in Folge (DATENCENTER: Die Ergebnisse der 6. Etappe).

Auf der Hitze-Etappe mit Temperaturen von fast 40 Grad verteidigte der Schweizer Fabian Cancellara das Gelbe Trikot erfolgreich. Sebastian Lang hingegen stand nach einer 217-Kilometer-Flucht mit leeren Händen da.

"Es war unglaublich"

"Es war unglaublich. Die Jungs haben perfekt gearbeitet", sagte Cavendish nach seinem insgesamt zwölften Tour-Etappensieg: "Am Ende war es ein wirklich hartes Rennen, aber jetzt sind wir wieder mittendrin im Kampf um das Grüne Trikot."

"Die zwei Siege waren extrem wichtig. Nach Reims war die Situation bei uns schon etwas dramatisch", sagte Lehrmeister Erik Zabel.

Acht Minuten Vorsprung

Lang hatte sich kurz nach dem Start mit dem Franzosen Mathieu Perget und dem Spanier Ruben Perez abgesetzt.

Das Trio hatte einen maximalen Vorsprung von fast acht Minuten herausgefahren, ehe die Teams Columbia und Lampre mit ihren Sprintstars Cavendish und Petacchi die Verfolgung übernahmen.

Während Petacchi auf Platz drei fuhr, wurde Milram-Profi Gerald Ciolek als bester Deutscher Fünfter 256736(Tour 2010: Die Etappenprofile) .

Tropische Hitze

Die Ausreißer hatten letztlich keine Chance und wurde exakt zehn Kilometer vor dem Ziel gestellt.

Dabei zog wohl auch die fast tropische Hitze den Fahrern die Kraft aus den Beinen. Einige Profis ließen sich während der Etappe Beutel mit Eiswürfeln reichen, andere tranken weit über zehn Liter Wasser (DATENCENTER: Die Gesamtwertung).

Die längste erfolgreiche Flucht der Tour-Geschichte war dem Franzosen Albert Bourlon 1947 gelungen. Er war zwischen Carcassone und Luchon 253 km allein unterwegs.

Tour-Teilnahme lange fraglich

Der unermüdliche Einsatz des Erfurters Lang im französischen Hitzekessel ist hoch zu bewerten, war der Start bei der Tour bis zuletzt noch fraglich.

In der Woche vor Beginn der Rundfahrt litt der Zeitfahrspezialist noch unter einer Bronchitis (Alle Radsport-News) .

Seine beste Tour-Platzierung bleibt ein dritter Platz im Zeitfahren vor vier Jahren.

Gesamtwertung unverändert

In der Gesamtwertung gab es auf den vorderen Plätzen keine Veränderungen. Cancellara liegt weiterhin 23 Sekunden vor dem Briten Geraint Thomas.

Weltmeister Cadel Evans (Australien) ist mit 39 Sekunden Rückstand Dritter.

Contador ist mit 1:40 Minuten Rückstand Neunter, Armstrong liegt schon 2:30 Minuten zurück auf Platz 18.

Erste Bergankunft

Am Samstag erreicht das Peloton nun die Alpen.

Auf der 7. Etappe von von Turnous nach Station des Rousses(ab 14.30 Uhr im LIVE-TICKER) steht 165,5 km nach dem Start die erste Bergankunft auf dem Programm.

Große Zeitabstände zwischen den Favoriten sind auf dem Anstieg der zweiten Kategorie allerdings nicht zu erwarten.

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