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Fabian Wegmann (2. v. r.) konnte sich bisher noch nicht in Szene setzen © imago

Team Milram sucht einen Sponsor, tritt aber noch nicht in Erscheinung. Die Ausreißergruppen verfehlen die "Milchmänner".

Mende - Viele Einbrüche in den Bergen, kein Etappensieg und in der Gesamtwertung weit abgeschlagen: Selten haben die deutschen Fahrer ein derart enttäuschendes Bild abgegeben wie bislang in diesem Jahr bei der 97. Tour de France.

So verdiente sich ausgerechnet der älteste von den 15 in Rotterdam gestarteten deutschen Fahrern noch die besten Noten.

Die Rede ist von Jens Voigt, der sich im hohen Alter von 38 Jahren als Edelhelfer für den Gesamtersten Andy Schleck bis zur Erschöpfung aufopfert 256736(Tour 2010: Die Etappenprofile).

Erste Tour seit fünf Jahren ohne Etappensieg?

Die deutschen Hoffnungsträger, allen voran Tony Martin und Linus Gerdemann, blieben dagegen weit hinter den Erwartungen zurück. Beide wurden bereits an den ersten Bergen in den Alpen abgehängt.

Aber auch das Team Milram, bei dem schließlich die Fahrer um ihre Zukunft kämpfen, wussten kaum zu überzeugen.

Weder "attraktiv und spektakulär", wie es Teamchef Gerry van Gerwen immer fordert, noch erfolgreich war in den ersten beiden Wochen das Abschneiden der "Milchmänner".

So droht der deutsche Radsport, erstmals seit fünf Jahren ohne Etappensieg aus der Tour zu gehen 263792(DIASHOW: Die Bilder der 11. Etappe).

"Schuss ist nach hinten losgegangen"

"Ich muss genau analysieren, welche Fehler ich in der Vorbereitung gemacht habe. Vielleicht habe ich in der Vorbereitung einfach zuviel gemacht. Der Schuss ist nach hinten losgegangen", klagt Martin, der irgendwann bei der Tour mal unter die besten Fünf fahren will.

"Er ist noch jung. Daraus wird er lernen", beschwichtigt Teamchef Bob Stapleton und lobt trotzdem den Arbeitseinsatz des 25-Jährigen auf den Flachetappen.

So hatte Martin durchaus seinen Anteil an den bislang drei Etappensiegen des Columbia-Sprintstars Mark Cavendish (Alle Radsport-News).

Ausreißergruppen verpasst

Auf einen Tagessieg wartet das Team Milram immer noch vergeblich. "Von den Ergebnissen in der ersten Woche her, war alles gut und schön. Trotzdem muss ich ein bisschen Kritik üben. Hier und da haben wir schon die Ausreißergruppen verpasst", sagte van Gerwen.

Insbesondere die Etappe nach Gap, als eine fünfköpfige Ausreißergruppe den späteren Sieger gebildet hatte und Milram nicht vertreten war, brachte den Niederländer auf die Palme.

Etappensieg als Ziel

"In der letzten Woche kommen die entscheidenden Etappen. Da sind viele Fahrer schon müde. Da können wir viel erreichen", ergänzt van Gerwen und setzt seine Hoffnung in Kapitän Gerdemann.

Der musste seine Ambitionen auf eine vordere Platzierung in der Gesamtwertung auf dem Weg nach Morzine ad acta legen, als er früh das Tempo der Favoriten nicht mitgehen konnte.

"Ich habe noch hohe Ziele bei der Tour", sagt der gebürtige Münsteraner, der seinen Etappensieg von 2007 wiederholen möchte.

Klöden erleidet Hungerast

Der beste Deutsche im Gesamtklassement ist Andreas Klöden, doch auch der frühere Tourzweite liegt schon fast zehn Minuten hinter Schleck. Ein Hungerast auf der ersten Bergetappe hatte den Wahl-Schweizer weit zurückgeworfen.

So trat der Armstrong-Helfer in erster Linie dadurch in Erscheinung, dass er sich via Twitter über zu schlechte Hotels und kleine Betten beschwerte.

Bestes Ergebnis zweiter Platz

Bei den Sprintern strampelt Gerald Ciolek weiter vergeblich seinem ersten Tour-Tagessieg hinterher. Am Donnerstag langte es in Bourg-les-Valence nur zum zehnten Platz.

Sein bestes Ergebnis lieferte der junge Kölner auf der sechsten Etappe ab, als er Zweiter hinter Cavendish wurde.

Hondo überzeugt als Anfahrer

Sein deutscher Kollege Danilo Hondo weiß dagegen als Anfahrer für den Italiener Alessandro Petacchi bei Lampre durchaus zu überzeugen und darf sich einen gewissen Anteil an den zwei Etappensiegen des "Capitanos" zuschreiben.

Noch gar nicht in Erscheinung getreten sind bislang Marcus Burghardt, der vor der Tour immerhin zwei Etappen bei der Schweiz-Rundfahrt gewann, und Fabian Wegmann. Beide hoffen aber noch auf die richtige Ausreißergruppe.

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