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2005 schnappte sich Ivan Basso (l.) das Punkte- Trikot, Lance Armstrong mal wieder das gelbe © getty

Ivan Bassos ist der erste der ehemaligen Doping-Sünder, der zurückkehrt. Lance Armstrong kommt mit der Tour de France ins Reine.

Paris - Der Rückwärtssalto einer Streitfigur, die Rückkehr eines Sünders und das Kompetenzgerangel zwischen den Dopingjägern:

Der Radsport kommt auch am Ende der Saison nicht zur Ruhe und dreht den Zeiger in die dunkle Dopingzeit zurück.

Während der nie überführte, aber stets verdächtige Lance Armstrong nun doch mit einem Tour-Start liebäugelt, steigt Ivan Basso am Sonntag beim Japan Cup wieder aufs Rad und tritt damit die Comeback-Welle der "alten Generation" los.

"Ein peinliches Gefühl"

"Jetzt beginnt meine zw"eite Karriere. Am Anfang wird wegen meiner Dopingsünde sicherlich ein peinliches Gefühl da sein", sagte Basso. Seine zweijährige Dopingsperre läuft am Freitag ab.

Doch bestimmte Erinnerungen an 2006 täten ihm noch immer weh. Damals wurde der Giro-Sieger einen Tag vor Beginn der Tour de France zusammen mit Jan Ullrich aufgrund einer möglichen Verwicklung in den spanischen Dopingskandal von der Rundfahrt ausgeschlossen.

Tränenreiches Geständnis

Basso gestand im Mai 2007 unter Tränen. Er habe fünf Beutel mit seinem Blut unter dem Codenamen "Birillo" beim Madrider Arzt Eufemiano Fuentes in der Absicht deponiert, sich bei der Tour 2006 zu dopen.

Er habe jedoch nie Doping praktiziert. Auch strafrechtlich ist Basso aus dem Schneider. Eine sechsmonatige Bewährungsstrafe wurde zu einer Geldbuße in Höhe von 10.800 Euro umgewandelt.

Der 30-Jährige Liquigas-Profi will auf seiner Homepage künftig detailliert über sein Training informieren. Von der Veröffentlichung von Blutwerten, wie es etwa Armstrong plant, sagt er nichts.

Basso wird somit weiterhin mit jener "alten Generation" in Verbindung gebracht werden, die aus der Hochzeit des Epo-Dopings hervorging und selbst vor Blutdoping nicht zurückschrak.

Armstrong doch bei der Tour?

Floyd Landis und Alexander Winokurow wollen ebenfalls wieder starten, doch dabei eher einen Bogen um Frankreich machen. So wird es beim Giro d'Italia vermutlich zum Gipfeltreffen der alten Idole kommen.

Ausgerechnet die 100. Ausgabe der Italien-Rundfahrt droht zum Laufsteg der Überführten und Verdächtigen zu werden.

Während sich sein "Kronprinz" Basso ganz auf den Giro konzentrieren will, kann sich Armstrong selbst einen Start bei der Tour de France auf einmal wieder vorstellen. Einen Tag nach der Präsentation der Strecke in Paris meldete sich der 37-Jährige zu Wort und kündigte Gespräche mit dem Tour-Veranstalter ASO an.

Zuvor hatte der Amerikaner stets auf mögliche Probleme mit den Organisatoren hingewiesen.

Armstrong begeistert

"Ich weiß, dass es bei der ASO eine neue Führung gibt. Ich freue mich auf kommende Gespräche und eine gemeinsame Zukunft. Ich freue mich auf nächstes Jahr", ließ Armstrong in einer Pressemitteilung verlauten. Der Astana-Profi hofft dabei auch auf die Unterstützung seiner Krebsstiftung durch die ASO.

Armstrong, der 2009 nach dreijähriger Pause wieder aufs Rad steigen will, geriet beim Anblick der Tourstrecke 2009 geradezu ins Schwärmen.

"Das wieder aufgenommene Teamzeitfahren, eine Etappe durch meinen alten Wohnort Girona und ein Besuch meines alten Freundes Mont Ventoux. Ich hätte auf keine andere Tour hoffen können", sagte der Texaner.

UCI contra AFLD

Bereits neun Monate vor der Tour gehen derweil der Weltverband UCI und die französische Anti-Doping-Agentur AFLD aufeinander los. Die AFLD, die in diesem Jahr äußerst erfolgreich die Dopingkontrollen bei der Frankreich-Rundfahrt vorgenommen hatte, will 2009 nicht wieder ins zweite Glied zurückkehren.

"Es geht nicht um die Frage, ob wir wie 2007 wieder Zulieferer für die UCI sind", sagte AFLD-Chef Pierre Bodry. Für eine Zusammenarbeit mit der UCI erwarte er Transparenz. Bodry möchte beispielsweise wissen, wie die bei der Tour überführten Fahrer bei der UCI getestet worden sind.

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