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Alexander Winokurow gewann 2003 nach Gap seine erste Tour-Etappe © getty

Der Kasache attackiert am letzten Anstieg und holt sich seinen ersten Tour-Sieg nach der Doping-Sperre. Armstrong mutiert zum Bruchpiloten.

Revel - Im zweiten Anlauf hat es Alexander Winokurow geschafft.

Der kasachische Volksheld mit der dunklen Vergangenheit holte sich im Alleingang den Sieg auf der 13. Etappe der Tour de France über 196 km von Rodez nach Revel.

Noch am Vortag war Winokurow nach einem langen Ausreißversuch einen Kilometer vor dem Ziel gestellt worden.

Die Plätze zwei und drei belegten im Sprint des geschlagenen Feldes der Brite Mark Cavendish und der Italiener Alessandro Petacchi (DATENCENTER: Die 13. Etappe).

Attacke am letzten Anstieg

Gut acht Kilometer vor dem Ziel hatte Winokurow am Cote de Saint-Ferreol, einem Berg der dritten Kategorie, seine Attacke gestartet 256736(DIASHOW: Die Etappenprofile).

Auf der rasenden Abfahrt ließ sich der 36-Jährige, der vor drei Jahren noch bei der Tour zweimal positiv wegen Fremdblutdopings getestet worden war, nicht mehr einholen und erreichte 13 Sekunden vor dem großen Peloton das Ziel.

"Es gab nach dem Zusammenschluss etliche Attacken. Erst bin ich Luis Leon Sanchez gefolgt und habe gekontert, dann Ballan", sagte er. "Auf der Abfahrt war es schon sehr hart, aber ich wusste, dass die Sprinter einige Anfahrer verloren haben."

Umarmung von Contador

Im Ziel gab es für Winokurow noch eine Liebkosung. Alberto Contador, der auf der 12. Etappe mit seiner Attacke gegen Andy Schleck einen Etappensieg verhindert hatte, nahm seinen Teamkollegen in denArm und herzte ihn.

"Allein am Start zu sein, ist für mich ein Sieg", sagte der Etappensieger, der im Ziel den Tränen nahe war. "Gestern und heute habe ich gesehen, wie die Zuschauer mich unterstützen und ermutigen. Das ist der schönste Tag meiner Karriere."

Gleichzeitig kündigte er seinem Teamkollegen die volle Unterstützung zu. "Jetzt werden wir uns ganz auf das Gelbe Trikot für Alberto konzentrieren."

Keine Veränderungen

Im Gesamtklassement gab es einen Tag vor der ersten Pyrenäen-Etappe keine Veränderung.

Der Luxemburger Andy Schleck liegt weiter 31 Sekunden vor dem spanischen Vorjahressieger Alberto Contador (DATENCENTER: Die Gesamtwertung).

Dritter bleibt Olympiasieger Samuel Sanchez, der allerdings schon 2:45 Minuten hinter Schleck liegt.

Cavendish gewinnt Sprint

Bis zum Angriff von Winokurow hatten die Sprinter auf ihre Chance gehofft, doch am Ende ging es für die schnellsten Männer aber nur noch um den zweiten Platz 264134(DIASHOW: Die 13. Etappe).

Dabei bewies Cavendish, dass er auch ohne seinen wichtigsten Helfer nicht zu schlagen ist. Denn der Brite musste erstmals ohne seinen letzten Anfahrer Mark Renshaw auskommen.

Der Australier war am Donnerstag von der Tour ausgeschlossen worden, nachdem er sich im Schlusssprint Kopfstöße gegen den Neuseeländer Julian Dean geleistet hatte.

Auf den restlichen sieben Etappen bieten sich Cavendish nun wohl noch zwei Chancen auf einen Sieg (Bordeaux und Paris).

Chavanel versucht erneut sein Glück

Lange Zeit hatte eine dreiköpfige Spitzengruppe das Geschehen bestimmt.

Sylvain Chavanel, der in diesem Jahr bereits zwei Etappen gewann, sein französischer Landsmann Pierrick Fedrigo und der Spanier Juan Antonio Flecha hatten zwischenzeitlich einen Vorsprung von gut sechs Minuten herausgefahren, doch dem hohen Tempo des Columbia-Team war das Trio nicht gewachsen.

Zehn Kilometer vor dem Ziel kam es zum Zusammenschluss.

Armstrong wird zum Bruchpiloten

Unterdessen entwickelt sich Lance Armstrong mehr und mehr zum Bruchpiloten. Bereits in der neutralen Zone war der Texaner in einen Sturz verwickelt.

Am Ende erreichte der siebenmalige Tour-Sieger mit rund viereinhalb Minuten Rückstand das Ziel.

Bei der diesjährigen Tour war der 38-Jährige in schöner Regelmäßigkeit von seinem Rad geholt worden, allein auf dem Weg nach Morzine-Avoriaz dreimal.

Auf in die Pyrenäen

Am Sonntag (ab 14.30 Uhr im LIVE-TICKER) steht die erste von vier schweren Pyrenäen-Etappen an. Auf dem 14. Teilstück über 184,5 km wartet am Ende der Schlussanstieg nach Ax-3-Domaines.

Zuvor geht es noch über den 2001 m hohen Port de Pailheres als einen Berg der höchsten Kategorie.

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