Auf Etappe 17 geht es zum zweiten Mal auf den Pyrenäen-Riesen. Schleck ist in der Form seines Lebens und "muss etwas riskieren"

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Pau - Der Zufall wollte es so, dass sich die beiden Favoriten der 97. Tour de France vor dem Showdown am Tourmalet (Do., ab 14.30 Uhr im LIVE-TICKER) ganz nah waren.

Sowohl Toursieger Alberto Contador als auch Herausforderer Andy Schleck verbrachten die Nacht vor der Königsetappe im Novotel in Pau.

Konfliktpotenzial brachte die gleiche Hotelwahl freilich nicht. Harmonisch ging es zu zwischen den beiden Kletterstars, vergeben und vergessen sind die Streitereien nach der "unfairen" Machtübernahme Contadors in Bagneres-de-Luchon.

Schleck ist nicht mehr wütend

"Die Sache ist beendet. Er hat sich entschuldigt, ich bin nicht mehr wütend. Die Zuschauer sollten endlich aufhören, ihn auszupfeifen.

Die Tour wird nicht durch eine abspringende Kette entschieden", sagte Schleck, nachdem er den Spanier noch am Montag Unsportlichkeit vorgeworfen hatte, als dieser bei einer technischen Panne attackiert und ihm das Gelbe Trikot abgenommen hatte.

Nach der Aussöhnung mit Contador blickte Schleck ganz auf die Königsetappe: "Das ist das Highlight der Tour. Wer auf dem Tourmalet das Gelbe Trikot trägt, wird es auch in Paris tragen."

Contador muss nur dran bleiben

Auf dem 2115 Meter hohen Pyrenäen-Gipfel soll es zum großen Schlagabtausch der Tour kommen, der 18,6 km lange Anstieg mit durchschnittlich 7,5 Prozent Steigung die Entscheidung über den Toursieg bringen. 256736(Tour 2010: Die Etappenprofile)

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Pyrenäen im Tour-Programm findet erst zum zweiten Mal eine Bergankunft auf dem berüchtigten Tourmalet statt.

"Dort wird es größere Zeitabstände geben als beim Zeitfahren am Samstag", erklärte auch Contador, der eigentlich nur das Hinterrad des Luxemburgers halten muss. Denn im Zeitfahren am Samstag dürfte er deutlich vor Schleck liegen.

Nur acht Sekunden Vorsprung

Doch das Polster von nur acht Sekunden ist nicht groß. (DATENCENTER: Die Gesamtwertung)

So ist die Marschroute von Schleck klar. "Ich muss etwas riskieren. Ich will die Tour gewinnen und nicht Zweiter werden, auch auf die Gefahr hin, dass ich verliere. Aber daran denke ich nicht. Ich bin der Form meines Lebens", sagt Schleck.

Bis zum Anstieg des Tourmalets - vorher geht es noch über den Col de Marie-Blanque und den Col du Soulor (jeweils erste Kategorie) - werde nicht viel passieren, so der 25-Jährige.

"Alles spielt sich am letzten Anstieg ab." Auch Teamchef Bjarne Riis ist gespannt: "Es ist einfach, einen Plan aufzustellen, aber die Umsetzung..."

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