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Floyd Landi bringt mit seinem Doping-Geständnis Lance Armstrong in Bedrängnis © getty

Der Amerikaner vertraut im Doping-Fall einem bekannten Anwalt aus Los Angeles. Landis dagegen wird in der Heimat geächtet.

Pau - Der siebenmalige Toursieger Lance Armstrong hat laut "New York Daily News" Staranwalt Bryan D. Daly im Zuge der Doping-Ermittlungen rund um das frühere US-Postal-Radteam angeheuert.

"Wir werden genau schauen, wie und ob diese Untersuchungen Lance Armstrong betreffen", sagte der Anwalt aus Los Angeles.

US-Behörden untersuchen derzeit Betrugs- und Verschwörungsvorwürfe gegen Mitglieder der früheren Armstrong-Equipe. (Alle Radsport-News)

Armstrongs ehemaliger Teamkollege Floyd Landis hatte mit seinem Geständnis den Fall ins Rollen gebracht.

Hamilton soll aussagen

Der Amerikaner hatte Mitte Mai ausgesagt, dass Armstrong und Teamchef Johan Bruyneel ein Dopingsystem betrieben hätten.

Armstrongs früherer Teamkollege Tyler Hamilton ist offenbar gewillt, mit den Ermittlern zu kooperieren. "Wir arbeiten daran, eine Situation zu schaffen, in der Hamilton vertraulich reden und die gewünschten Informationen geben kann", sagte Hamiltons Anwalt Chris Manderson dem Sportsender "ESPN".

Manderson wollte nicht sagen, ob sein Mandant von der Grand Jury vorgeladen wurde.

Kontakt zu Hincapies Anwalt

Der zweimal des Dopings überführte Hamilton fuhr von 1998 bis 2001 mit Armstrong bei US Postal. (DATENCENTER: Die Gesamtwertung der Tour)

In dem Zusammenhang hat Chefermittler Jeff Novitzky auch Kontakt zum Anwalt des langjährigen Armstrong-Helfers George Hincapie aufgenommen.

SPORT1 hat weitere Nachrichten rund um die Tour de France zusammengefasst:

Landis nach Doping-Anschuldigungen geächtet

Landis hat sich mit seinen Anschuldigungen gegen Armstrong in seiner Heimat offenbar keine Freunde gemacht.

So wurde dem 34-Jährigen bei einem Radrennen in Oregon untersagt, mit Sponsorenlogos auf dem Trikot zu starten.

Landis, der sich von seinem vorherigen Bahati-Rennstall getrennt hatte, bestreitet nun in einem einfarbigen Trikot das Rennen.

Angesprochen auf seine Aussagen, sagte Landis, dass er sein Geständnis nicht bereue. "Ich habe getan, was richtig war. Ich hoffe, dass die Leute die Wahrheit wissen wollen, obwohl das nicht mein Hauptmotiv war."

Franke glaubt nicht an saubere Tour

Auch Anti-Doping-Experte Werner Franke glaubt nicht an eine saubere Tour. 256736(Tour 2010: Die Etappenprofile)

"Die Tour ist eine radelnde Satire. Die erzählen schon seit Jahren, dass die Tour sauber ist. Das ist ein Witz. Die Kontrollen sind so genormt, dass gar keiner erwischt werden kann", sagte Franke.

Er hält die Tour de France für verseucht wie eh und je, die nackten Zahlen von insgesamt 540 Dopingtests während der 97. Frankreich-Rundfahrt - allesamt bisher negativ - lassen den Molekularbiologen aus Heidelberg nur müde lächeln.

"Die Kontrollen stehen doch wieder unter dem Einfluss der UCI", meint Franke, der kein gutes Haar am Radsport-Weltverband lässt: "Die Glaubwürdigkeit der UCI ist nicht existent."

Rückentwicklung im Anti-Doping-Kampf

Es gebe eine klare Rückentwicklung im Anti-Doping-Kampf.

"Es werden nicht die entsprechenden Kontrollen gemacht, auch nicht an den Grenzen", bemängelt der 70-Jährige.

Franke blickt gespannt auf die USA und die Doping-Ermittlungen gegen Lance Armstrong und weitere Mitglieder des früheren US-Postal-Teams. "Wenn LeMond und die anderen Zeugen das alles vor der Grand Jury sagen, dann muss es ein Verfahren geben", so Franke.

Wer lügt kann die Zahnbürste einpacken

LeMond hatte jüngst Armstrong und die UCI harsch kritisiert und von mafiösen Verhältnissen gesprochen. `LeMond provoziert es ja gerade, von der UCI verklagt zu werden", sagt Franke: "Aber die UCI hat schlaue Anwälte. Die wissen, was sie tun. Das Schlimmste wäre für die ein Verfahren vor einem amerikanischen Gericht. Wer vor Gericht und vor allem vor der Grand Jury lügt, der ist dran. Der kann seine Zahnbürste einpacken."

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