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Alberto Contador begann seine Profi-Karriere 2003 bei ONCE © imago

Der Tour-Sieger verlässt die Kasachen und nimmt wohl ein Millionen-Angebot von Bjarne Riis an. Vier Fahrer will er mitbringen.

Madrid/Berlin - Tapetenwechsel für den Tour-Sieger: Alberto Contador verlässt das Rad-Team Astana nach drei Jahren und wird sich vermutlich dem Rennstall von Bjarne Riis anschließen.

"Die Wege von Contador und Astana trennen sich. Er hat das Ultimatum für eine Vertragsverlängerung verstreichen lassen", teilte der Pressesprecher des dreimaligen Tour-de-France-Siegers mit. 267128(DIASHOW: Die Tops und Flops)

Woran die Vertragsverlängerung letztlich gescheitert ist, wurde nicht bekannt. Es hieß lediglich, dass beide Parteien nicht weit voneinander entfernt waren.

Der Ersatz für Schleck?

Astana habe aber auf eine Entscheidung gedrängt, um das Team für 2011 zusammenzustellen. "Wir haben ihn nie unter Druck gesetzt und immer nach seinem Willen gehandelt", teilte Astana mit.

Contador hat offenbar ein besseres Angebot vorliegen. Laut einem Bericht der italienischen Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport steht der 27-Jährige kurz vor der Unterschrift bei Riis, der in Andy Schleck ausgerechnet Contadors härtesten Gegner im Kampf um den Tour-Sieg verliert. (DATENCENTER: Die Gesamtwertung)

Den Deal zwischen Riis und Contador soll Mike Sinyard, Besitzer der US-Radfirma Specialized, eingefädelt haben.

Gute wirtschaftliche Gründe

Die Entscheidung steht offenbar kurz bevor. "Ich habe verschiedene Möglichkeiten. Einige Treffen sind geplant, und ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen etwas verkünden kann. Definitiv aber nächste Woche", sagte Contador der "L'Equipe".

Betrachtet man die wirtschaftlichen Verflechtungen, ergibt die Liaison Riis-Contador durchaus Sinn. Specialized rüstet das Riis-Team aus und ist persönlicher Sponsor des Spaniers.

Außerdem weigerte sich Riis während der Tour, den Namen seines neuen Hauptsponsors zu nennen. Wohl aus Rücksicht auf Astana, denn die Kasachen beziehen ihre Räder ebenfalls von Specialized.

Voigt ein Wechselkandidat

Billig ist Contadors Unterschrift allerdings nicht. Fünf Millionen Euro pro Jahr soll sein Bruder und Manager Fran aufgerufen haben. Außerdem will Contador seine Landsleute Benjamin Noval, Daniel Navarro, David De La Fuente und Jesus Hernandez mitbringen.

Contador würde bei Riis die Brüder Andy und Frank Schleck ersetzen, die sich einem neuen Team in ihrer Heimat Luxemburg anschließen werden.

Unklar ist, wen die Schlecks mitnehmen. Der Berliner Jens Voigt wäre ein Kandidat, er will in dieser Woche bekannt geben, wo er im nächsten Jahr fährt.

Leere Kassen bei Quick Step

Neben Riis hatte bereits im vergangenen Jahr das belgische Team Quick Step Interesse angemeldet. Dieser Wechsel würde wohl am Geld scheitern, bei Quick Step klagte man zuletzt über leere Kassen.

Der Plan, mit Formel-1-Pilot Fernando Alonso ein Team zu gründen, scheint ebenfalls ad acta gelegt. Alonso und Contador sind befreundet, der Rennfahrer wollte sein Geld in ein Radteam investieren.

In seiner Zeit bei Astana gewann Contador zweimal die Tour und einmal den Giro d'Italia sowie die Vuelta. Hinzu kamen Siege bei Paris-Nizza, der Baskenland-Rundfahrt sowie der spanischen Meisterschaft im Einzelzeitfahren.

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