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Die Freiburger Ex-Teamärzte Dr. Schmid (l.) und Dr. Heinrich © imago

Im Team Telekom und T-Mobile Team scheint doch noch mehr gedopt worden zu sein als bisher angenommen. Und das seit 2003.

Freiburg/Köln - Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat einen weiteren Zeugen für Doping in den Radsport-Teams Telekom und T-Mobile seit dem Jahr 2003 ausfindig gemacht.

Das sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier dem "sid" und bestätigte damit den Bericht der am Montagabend ausgestrahlten "WDR"-Sendung "sport inside".

"Den Namen wollen wir aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht nennen", sagte Maier. Der Zeuge habe angegeben, dass in beiden Teams in nicht verjährter Zeit unter Mitwirkung der Teamärzte Prof. Andreas Schmid und Dr. Lothar Heinrich EPO verabreicht wurde.

Der Zeuge sei vom Bundeskriminalamt (BKA) vernommen worden, nachdem er in einem anderen Zusammenhang von Dopingpraktiken im früheren deutschen Vorzeige-Rennstall berichtet hatte.

Im Dezember weitere Details

Die Staatsanwaltschaft Freiburg will nach einem weiteren Treffen mit dem BKA im Dezember weitere Details bekanntgeben.

Nach Angaben des Senders soll es sich bei dem Zeugen um einen Fahrer handeln, der 2003 für das Team Telekom und 2004 für den Nachfolge-Rennstall T-Mobile aktiv war.

Dies wollte Maier weder bestätigen noch dementieren. Der neue Zeuge wäre nach Patrik Sinkewitz der zweite Fahrer, der über diese Form der Manipulation in einem für die Strafverfolgung relevanten Zeitraum spricht.

Godefroot schweigt

Der frühere Rennstall-Chef Walter Godefroot hatte auf eine Anfrage keine Stellungnahme abgegeben.

Nach weiteren Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft stammen die verabreichten Dopingmittel aus Apotheken in Mailand und der Umgebung von Freiburg.

Dr. Heinrich zog Klage zurück

Die von der Universitätsklinik Freiburg eingesetzte Untersuchungskommission will in den kommenden Wochen ihren Abschlussbericht zur Rolle der Ärzte der Freiburger Sportmedizin beim flächendeckenden Doping vorlegen.

Dr. Heinrich hatte die Klage gegen seine Kündigung bereits zurückgezogen. Bei Schmid hatte das Arbeitsgericht die Kündigungsschutzklage abgewiesen.

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