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Andy Schleck (l.) und Dennis Mentschow (r.) belegten bei der Tour 2010 die Plätze 2 und 3 © getty

Tour-Sieger Alberto Contador fehlt bei der Spanien-Rundfahrt, deshalb haben gleich mehrere Profis Hoffnung auf den Vuelta-Sieg.

München - Alberto Contador ist bereits im Urlaub, dafür will die geschlagene Konkurrenz bei der 75. Vuelta ins Rampenlicht fahren.

Ohne den Sieger der Tour de France macht sich gleich eine Handvoll Fahrer berechtigte Hoffnungen auf den Gesamtsieg bei der dritten und letzten großen Rundfahrt des Jahres. Allen voran die Tour-Verlierer Andy Schleck und Denis Mentschow.

"Ich trete an, um zu gewinnen. Ich bin in Spanien immer gut gefahren", sagte Rabobank-Profi Mentschow.

Start mit Team-Zeitfahren

In den Brüdern Andy und Frank Schleck sieht der Tour-Dritte aus Russland, der die Rundfahrt bereits 2005 und 2007 gewonnen hat, seine größten Konkurrenten. Die Vuelta beginnt am Samstag mit einem Mannschaftszeitfahren in Sevilla und endet nach 3425 Kilometern am 19. September in Madrid.

Abgesehen von Mentschow gibt sich keiner der früheren Vuelta-Sieger die Ehre. Contador hat seine Saison bereits beendet, Alexander Winokurow lässt die Rundfahrt aus, und Vorjahressieger Alejandro Valverde ist aufgrund einer Dopingsperre verhindert.

Vorteil für Kletterer

Die Streckenführung von Andalusien in die Hauptstadt bevorzugt die Kletterer des Pelotons. In der zweiten Woche stehen gleich vier Bergankünfte auf dem Programm, die Königsetappe ins 2247 Meter hoch gelegene Bola del Mundo soll dann am vorletzten Tag die Entscheidung bringen. Lediglich ein langes Zeitfahren über 46 Kilometer erwartet die Fahrer.

Der Tour-Zweite Andy Schleck, der in Frankreichs Bergen als Einziger mit Contador mithielt, sollte somit vom Papier her als Top-Favorit gelten. Möglich ist aber auch, dass sich der 25-Jährige für seinen älteren Bruder Frank aufopfert, der die Tour mit einem dreifachen Schlüsselbeinbruch aufgeben musste.

Sastre in Lauerstellung

Hinter dem Trio lauert Altmeister Carlos Sastre. Der Tour-Sieger von 2008 hat bei seinem letzten Auftritt im Cervelo-Trikot wohl auch die letzte Chance auf einen großen Sieg.

"Ohne Contador ist alles möglich. Mentschow und die Schlecks sind die Favoriten, aber ich werde alles geben", sagte der 35-Jährige. Außerdem hat der Italiener Vincenzo Nibali gute Chancen auf das neuerdings Rote Trikot des Führenden.

Mit Hondo, ohne Greipel

In Danilo Hondo wagt nur ein prominenter deutscher Fahrer das Abenteuer Vuelta. Wie schon beim Giro und der Tour soll der 36-Jährige die Sprints für Alessandro Petacchi anfahren. Der Italiener geht trotz der Doping-Ermittlungen gegen ihn an den Start.

Bis auf den gebürtigen Rostocker Andre Greipel sind alle Top-Sprinter im Feld vertreten. Der Brite Mark Cavendish holt sich den Feinschliff für die WM Ende September, seine größten Konkurrenten sind Tyler Farrar aus den USA, der Norweger Thor Hushovd und der dreimalige Weltmeister Oscar Freire aus Spanien.

Neben Hondo wird Milram-Profi Robert Förster in den Sprints das deutsche Team vertreten. Für den Sachsen geht es ebenso wie für Markus Fothen und die weiteren Milram-Starter noch um einen Arbeitsplatz für 2011.

Ein Etappensieg bei der Vuelta wäre da sicher nicht die schlechteste Empfehlung.

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