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Judith Arndt wurde im Straßenrennen nur 2002 Deutsche Meisterin © getty

Judith Arndts Flucht im WM-Rennen scheitert kurz vor dem Ziel - wegen ihrer britischen Mitstreiterin. Gold geht nach Italien.

Geelong - Ganze 80 Meter haben Judith Arndt zu ihrer achten WM-Medaille gefehlt.

Nach einem Ausreißversuch mit der britischen Olympiasiegerin Nicole Cooke ist die deutsche Ausnahmefahrerin im Straßenrennen der Frauen bei den Titelkämpfen im australischen Geelong unmittelbar vor dem Zielstrich gestellt worden.

Anschließend musste sich die Leipzigerin mit dem fünften Platz begnügen, während die Italienerin Giorgia Bronzini nach 127,2 km vor der Niederländerin Marianne Vos und der Schwedin Emma Johansson triumphierte.

"Ich musste antreten"

"Es war die richtige Taktik. Ich bin keine Sprinterin, ich musste antreten. Ich habe alles gegeben, aber 300 Meter vor dem Ziel war mir schon klar, dass wir eingeholt würden", sagte Arndt, die am Mittwoch noch an selber Stelle die Silbermedaille im Einzelzeitfahren geholt hatte.

Damit ging die Erfolgsserie des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) im fünften Rennen zu Ende, nachdem zuvor Arndt im Zeitfahren und John Degenkolb (Erfurt) im U23-Straßenrennen jeweils Silber sowie Tony Martin (Cottbus) und Marcel Kittel (Erfurt) jeweils Bronze im Zeitfahren gewonnen hatten.

"Wir dürfen zufrieden sein. Wir waren in jedem Rennen bei der Entscheidung mit dabei, auch diesmal", sagte BDR-Vizepräsident Udo Sprenger und ergänzte: "Judith musste die Entscheidung suchen. Sie hatte keine andere Wahl."

Liese lobt Topleistung des Teams

Dass das Duo überhaupt noch eingeholt wurde, lag denn auch eher an Cooke, die sich ganz auf ihre Sprintstärke verließ und Arndt arbeiten ließ.

"Die letzten 500 Meter hat sie definitiv zu wenig gemacht", sagte die Wahl-Australierin Arndt bei ihrem zweiten Heimspiel. Cooke wurde für ihr "Nichtstun" aber bestraft und fuhr nur als undankbare Vierte über den Zielstrich.

So bleibt im deutschen Lager die Erkenntnis, dass mehr drin gewesen wäre. "Es ist wirklich schade. Das ganze Team hat eine Topleistung abgeliefert, die aber nicht belohnt wurde. Gegen Bronzini und Vos hat Judith im Sprint keine Chance. Es haben 80 Meter gefehlt", sagte Bundestrainer Thomas Liese.

Dritter italienischer Sieg in vier Jahren

Dass es nach den U23-Männern auch bei den Frauen zu einer Sprint-Entscheidung kam, dürfte mit Blick auf das Männerrennen am Sonntag dem deutschen Medaillenkandidaten Andre Greipel freuen.

Doch Bronzini wollte dies nicht überbewerten. "Es hängt von den Fahrern ab, ob es zum Sprint kommt oder nicht. Bei uns waren nur die letzten drei Runden hart. Das kam mir als Sprinterin entgegen", sagte die Italienerin, die für den dritten italienischen Sieg in vier Jahren sorgte.

2007 gewann die inzwischen des Dopings überführte Marta Bastianelli, im letzten Jahr hatte Tatiana Guderza die Nase vorn.

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