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Thor Hushovd hat bislang acht Etappen bei der Tour de France gewonnen © getty

Die Rivalen Andre Greipel und Cavendish verlieren im WM-Straßenrennen den Anschluss. Hushovd landet einen historischen Titel.

Geelong - Alles versucht, und doch alles verloren: Die deutschen Radprofis müssen weiter auf den ersten Weltmeistertitel seit 1966 warten, stattdessen sprintete der Norweger Thor Hushovd als erster Skandinavier auf den WM-Thron.

Der Klassikerspezialist holte sich nach 259,9 km im australischen Geelong im Sprint einer 25-köpfigen Spitzengruppe den Sieg vor dem Dänen Matti Breschel und Lokalmatador Allan Davis.

Als bester Deutscher fuhr Fabian Wegmann als 14. über den Zielstrich auf der Moorabool Street, Hoffnungsträger Andre Greipel verpasste dagegen in der vorletzten von elf Runden den Anschluss.

"Gute Form, aber leider kein Ergebnis"

Das war eine super Mannschaftsleistung. Wir waren mit drei Fahrern vorne vertreten und sind sehr gut gefahren. Aber die letzte Kurve war nicht optimal. Da war ich ein bisschen weit weg. Schade, dass es noch nicht einmal für eine Platzierung unter den besten zehn gereicht hat", sagte Wegmann.

Und der starke Rostocker Paul Martens fasste treffend zusammen: "Gute Form, aber leider kein Ergebnis."

In der Tat hatte die deutsche Mannschaft bis zum Schluss das von vielen Attacken geprägte Rennen mitbestimmt. Fast in jeder Gruppe waren Athleten des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) vertreten.

Jagd nach Ausreißer Gilbert

Sogar in der Schlussphase hatte sich Martens unter dem frenetischen Jubel der Gastgeber gemeinsam mit dem australischen Titelverteidiger Cadel Evans auf die Jagd nach Ausreißer Philippe Gilbert gemacht, doch auch das Unterfangen scheiterte drei Kilometer vor Schluss.

"Da realisiert man erst, dass man um die Medaille fährt. Das habe ich auch noch nicht mitgemacht", sagte der 26-Jährige.

So kam es am Ende doch zu einer Sprintentscheidung, worauf im deutschen Team vorher alle gehofft hatten.

Vier BRD-Medaillen in sechs Rennen

Doch Hoffnungsträger Greipel war wie sein großer Sprintrivale Mark Cavendish (Großbritannien) nicht mehr dabei.

"In der vorletzten Runde war meine Kraft am Ende. Die Saison ist vorbei, mehr ist nicht sagen", sagte der mit 21 Saisonsiegen erfolgreichste Radprofi des Jahres zerknirscht.

Unter dem Strich konnte der BDR mit vier Medaillen in sechs Rennen aber trotzdem eine gute Bilanz vorweisen. Judith Arndt (Leipzig) im Zeitfahren und John Degenkolb (Erfurt) im U23-Straßenrennen hatten jeweils Silber geholt. Tony Martin (Cottbus) und Marcel Kittel (Erfurt) schafften im Zeitfahren jeweils Platz drei.

Weg frei frü Hushovd

"Vier Medaillen und dazu zwei super Auftritte - wir können zufrieden sein. Es ist wichtig, dass unsere Geldgeber auch sehen, dass wir dabei sind und es sich lohnt zu investieren", sagte BDR-Vizepräsident Udo Sprenger. (Ausreißerin Arndt fehlen 80 Meter)

Sprenger ergänzte: "Wir hatten hier drei Mann in der Spitzengruppe. Das ist mehr, als wir erwartet haben. Paul hat es probiert, es war Pech, dass die Rechnung nicht aufging."

So war für Hushovd der Weg frei. Der Norweger holte sich im Sprint überlegen vor dem Dänen Matti Breschel und dem Australier Allan Davis den Sieg. "Ich habe die WM gewonnen. Ein Traum ist wahr geworden", sagte der Hüne, der 2005 und 2009 das Grüne Trikot bei der Tour de France gewonnen hatte.

Auf Wiedersehen in Australien

Damit ging die erste WM auf australischem Boden mit dem ersten norwegischen Sieg zu Ende. "Hushovd ist ein verdienter Sieger", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid und zog zufrieden Bilanz: (UCI-Chef greift Spanien an)

"Viele haben mir gesagt, das war die beste WM seit zehn, zwölf Jahren. Die Organisation war super, die Stimmung auch und zum Schluss hatten wir ein äußerst spannendes Rennen mit vielen Attacken. Es war eine gute Entscheidung, nach Australien zu gehen. Wir werden sicher irgendwann wiederkommen."

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