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Hans-Michael Holczer war langjähriger Leiter des Gerolsteiner-Rennstalls © imago

Der ehemalige Gerolsteiner-Teamchef spricht sich für eine Verdopplung der maximalen Dopingsperre aus. Contador gehöre bestraft.

München - Der ehemalige Teamchef Hans-Michael Holczer hat sich für eine Verdopplung der maximalen Dopingsperre im Radsport ausgesprochen.

"Ich würde sie für vier Jahre sperren", sagte der langjährige Leiter des Gerolsteiner-Rennstalls dem "Kölner Stadtanzeiger".

Holczer liefert die Begründung gleich mit: "Doping findet nicht spontan und nicht im Affekt statt, sondern immer berechnend. Sie müssen, wenn sie dopen, das Zeug besorgen."

"Sie müssen sicher sein, dass sie nicht erwischt werden. Kein Fahrer nimmt etwas, wenn er nicht vom Arzt oder Apotheker gesagt bekommt, in der Dosierung oder mit der Maskierung findet man das nicht."

Fall Contador: Prüfstein für die WADA

Zwei Jahre Sperre vergingen schnell, habe er gemerkt, so Holczer, "vier Jahre sind in einem Sportlerleben prägend, da bist du dann mit 30 Jahren definitiv draußen."

Den "Fall Alberto Contador" sieht Hans-Michael Holczer als Prüfstein für die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) an.

"Wenn die WADA sich auf einen Kuhhandel einlässt und Contador nicht angemessen sperrt, dann können sie die WADA gleich einstampfen", sagte Holczer.

Contador bestreitet Doping

Der dreimalige Toursieger Contador war am zweiten Ruhetag der Tour de France positiv auf Clenbuterol getestet worden. Dabei war eine sehr geringe Konzentration in der Urinprobe des Spaniers festgestellt worden. 126156(DIASHOW: Spektakuläre Dopingfälle)

Daraufhin hatten mehrere Wissenschaftler den positiven Dopingbefund mit einer kurz vorher durchgeführten Eigenblut-Transfusion begründet.

So sollen in der Probe Rückstände von Weichmachern, auch Diethylhexylphthalat genannt, festgestellt worden sein. Diese könnten aus einem Plastikbeutel mit Eigenblut stammen. Contador bestreitet, jemals gedopt zu haben.

Fauler Kompromiss?

Wie die spanische Zeitung "El Pais" berichtete, soll der Radsport-Weltverband UCI mit Contador bereits Ende August einen faulen Kompromiss ausgehandelt haben.

Demnach habe es bei einem Treffen in Puertollano kurz nach dem Ergebnis der positiven Dopingprobe eine Verständigung beider Seiten auf eine dreimonatige Sperre gegeben.

Voraussetzung sei gewesen, dass Contador eine vorläufige Sperre akzeptiere. Der Weltverband drängte Contador offenbar zur Verschwiegenheit.

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