vergrößernverkleinern
Olympiasiegerin Sabine Spitz bleibt mindestens bis zum Saisonstart 2009 Weltranglisten-Erste © getty

Ein Sportarzt soll der Mountainbike-Olympiasiegerin EPO und anderes Doping angeboten haben. Spitz attackiert Straßen-Profis.

Von Wolfgang Kleine

München - Das ist schon starker Tobak. In der Zeit, in der die Staatsanwaltschaft Freiburg einen Bericht über die Verwicklungen der Sportärzte der Uni Freiburg in Dopingpraktiken ausarbeitet, sorgt Sabine Spitz mit ihren Äußerungen für Aufsehen.

Die Mountainbike-Olympiasiegerin von Peking kritisiert nicht nur den Radsport-Weltverband UCI und den Bund Deutscher Radfahrer (BDR), sondern auch Ärzte.

Spitz berichtet im Interview mit der "Sport-Bild": "Mir wurde von einem Sportarzt EPO oder anderes Doping angeboten. Ich war perplex und habe das nie in Betracht gezogen. Lieber fahre ich hinterher. Angezeigt habe ich ihn nicht, da nichts zu belegen war."

Also scheinen Mediziner nicht nur Wünschen der Fahrer und Betreuer nachgekommen, sondern vom Dienstleister zum Täter geworden zu sein.

Sauer auf Armstrong und Co.

Sabine Spitz äußert auch ihr Unverständnis, dass Radstars wie Lance Armstrong und Ivan Basso für ihre Rückkehr der "Rote Teppich" ausgerollt würde. Da seien zu viele "Altlasten in Amt und Würden".

Sie attackiert BDR-Chef Rudolf Scharping: "Der BDR wirkt auf mich wie ein müder Koloss. Er müsste viel engagierter zu Werke gehen. Vielleicht hat es Herr Scharping jetzt verstanden."

"Lebenslange Sperren für Dopingsünder"

Um dem Dopingmissbrauch einzudämmen oder ganz zu stoppen, fordert die 36-Jährie knallharte Strafen schon für überführte Ersttäter. "Wer vorsätzlich dopt, sollte lebenslang gesperrt werden und nicht nur für zwei Jahre. Wenn Gefängnis droht, überlegt sich derjenige zweimal, ob er illegale Mittel nimmt."

Der Olympiasiegerin stinkt der Vergleich mit den Straßenfahrern gewaltig. Sie fühlt sich als Mountainbikerin mit Stefan Schumacher und Co. in einen Topf geworfen: "Ich habe mit den dämlichen Straßenprofis nichts zu tun. Ihretwegen muss ich mich beschimpfen lassen."

Armstrong als Attraktion? Diskutieren Sie mit!

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel