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Lance Armstrong (r., hier mit Ivan Basso) gewann 1999 zum ersten Mal die Tour de France © getty

Lance Armstrong reagiert allergisch auf Linus Gerdemanns Kritik an seinem Comeback. Jetzt schießt der Serien-Toursieger zurück.

Von Liane Killmann

München - Linus Gerdemanns harsche Kritik an den Comeback-Plänen von Lance Armstrong ist dem US-Amerikaners offenbar übel aufgestoßen.

Nun schießt der siebenmalige Tour-de-France-Sieger zurück.

"Wer zur Hölle ist Gerdemann?", sagte Armstrong am Rande seines Zeitfahr-Tests in San Diego.

Und weiter: "Er sollte sich wünschen, in einer Ausreißergruppe lieber nicht mit mir zusammen zu fahren." Der US-Amerikaner begründete seinen Rat damit, dass er noch verdammt schnell sei.

Gerdemann nun vorsichtig

Armstrongs Aussage kommt jedoch eher als Warnung daher, erinnert sie doch stark an einen Vorfall vor vier Jahren: Nachdem ihn der italienische Radprofi Filipe Simeoni in einem Prozess des Dopings bezichtigt hatte, verhinderte der US-Amerikaner bei der Tour de France 2004 persönlich einen Ausreißversuch Simeonis und bedrohte ihn während des Rennens.

Gerdemann wollte sich am Mittwoch nicht zu Armstrongs Angriff äußern: "Ich will kein Benzin ins Feuer gießen."

Der neue Kapitän des Teams Milram hatte Armstrongs Rückkehr in den Profi-Zirkus als "nicht hilfreich für die Glaubwürdigkeit des Radsports" bezeichnet, da der Texaner die gegen ihn erhobenen Doping-Anschuldigungen nie ausräumen konnte oder wollte.

"L'Equipe" mit Dopingvorwürfen

Nach Armstrongs Rücktritt 2005 hatte die französische Sportzeitung "L'Equipe" dem Texaner EPO-Doping in sechs Fällen vorgeworfen und sich auf die Auswertung tiefgefrorener Proben von 1999 berufen. Auch frühere Mitfahrer in Armstrongs Team US Postal hatten in Interviews wenig Zweifel daran gelassen, dass in der Mannschaft gedopt worden war.

Im Zuge seiner Comeback-Verkündung hatte sich Armstrong zudem dagegen verwehrt, sich vor den Wettkämpfen auf Dopingmissbrach testen zu lassen oder Ehrenerklärungen abzugeben.

Dieses Prozedere ist auf der ProTour allerdings inzwischen Voraussetzung für die Starterlaubnis der Sportler, also auch bei den Frühjahrs-Klassikern, bei denen Armstrong seinen Start angekündigt hatte.

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