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Alberto Contador besitzt einen Vertrag beim Team Saxo Bank-Sungard für 2011 © getty

Der spanische Tour-de-France-Sieger gerät nun immer mehr unter Druck. Die UCI erwartet eine schnelle und gerechte Strafe.

München - Druck von ganz oben: Die Luft für Dopingsünder Alberto Contador wird immer dünner, der Weltverband UCI will bei einem zu milden Urteil gegen den Tour-Sieger bis vor den internationalen Sportgerichtshof ziehen.

"Wenn wir mit dem Urteil der Spanier nicht glücklich sind, dann beraten wir uns mit der WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur, d. Red.) und gehen vor den CAS", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid.126156(DIASHOW: Spektakuläre Dopingfälle)

Der Fall des mit Clenbuterol überführten Contador liegt momentan beim spanischen Radsport-Verband, der bis spätestens Mitte Februar zu einem Urteil kommen muss.

McQuaid erwartet "faires Resultat"

Welches Urteil McQuaid und die UCI glücklich machen würde, wollte der Ire am Mittwoch in Berlin allerdings nicht verraten: "Es muss ganz klar ein faires Resultat sein. Mehr kann ich dazu nicht sagen."

Der spanische Radsport-Verband RFEC hatte dem am zweiten Ruhetag der Tour positiv getesteten Contador noch ein Happy-End in Aussicht gestellt.

RFEC-Präsident Carlos Castano hatte öffentlich geäußert, er hoffe, dass der Fall zugunsten des Fahrers ausgehe, da er ihn schon seit seiner Kindheit kenne und gewisse Sympathien hege.

Kein zweiter Fall Valverde

UCI-Boss McQuaid wollte sich zeitlich nicht festlegen, wann die Akte Contador endgültig geschlossen wird. Allerdings geht er fest davon aus, dass es keinen zweiten Fall Alejandro Valverde geben wird.

"Der Fall Contador ist ziemlich gradlinig, es wird sich nicht hinziehen", sagte McQuaid. Bei Valverde habe es im Zuge der Operacion Puerto viele Nebenschauplätze gegeben, die ein Urteil immer wieder verzögerten.

Valverde war durch einen DNA-Abgleich während der Tour 2008 nachgewiesen worden, dass er Blutbeutel bei Dopingarzt Eufemiano Fuentes gelagert hatte.

Der spanische Verband leitete jedoch kein Verfahren ein, sodass Valverde erst zwei Jahre und zahlreiche Siege später vom CAS aus dem Verkehr gezogen wurde.

WADA widerlegt Contador-These

Contador hatte bei seiner Verteidigung bereits vor gut zwei Wochen einen Rückschlag erlitten, als die WADA seine These, das Clenbuterol sei durch verseuchtes Fleisch in seinen Körper gelangt, entkräftet hatte.

Die WADA hatte Untersuchungen in der betroffenen Metzgerei in Nordspanien durchgeführt, aber keine Beweise für die Verwendung des illegal zur Kälbermast verwendeten Mittels gefunden. Auch in der Schlachterei, die den Metzger beliefert, waren keine Hinweise zu entdecken.

Auch die Klagen des spanischen Verbandes, die von der UCI erhaltenen Unterlagen seien viel zu umfangreich, um innerhalb von drei Monaten eine Entscheidung zu fällen, ließ McQuaid nicht gelten.

Spanisches Komitee gefordert

"Der Kampf gegen Doping wird immer wissenschaftlicher. Also müssen die Spanier ein Komitee einberufen, das den Inhalt der Dokumente versteht und ein Urteil fällen kann", sagte McQuaid. Die UCI ging in solchen Fällen genauso vor.

Erst am Wochenende hatte Ex-Profi Floyd Landis die Glaubwürdigkeit des dreimaligen Tour-Siegers Contador infrage gestellt.

Der Amerikaner berichtete, dass die Einnahme von Clenbuterol in der Szene schon zu seinen aktiven Zeiten durchaus üblich gewesen sei.

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