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Alberto Contador wurde bei der diesjährigen Tour de France positiv getestet © getty

Sein Dopingfall bereitet dem dreimaligen Toursieger nicht nur Schlafprobleme. Der Spanier wettert gegen seinen Rennstall.

Madrid - Schlaflos und verbittert: Nach seiner positiven Dopingprobe leidet der dreimalige Toursieger Alberto Contador offenbar unter Schlafstörungen.

"Ich habe durch den Stress einige Haare verloren. Ich leide seit gut zwei Monaten unter Schlaflosigkeit", klagte der 27-Jährige im Interview mit der spanischen Zeitung "ABC" und betonte, dass es viel Kraft koste, sich gegen die Doping-Anschuldigungen zur Wehr zu setzen. 126156(DIASHOW: Spektakuläre Dopingfälle)

Gleichzeitig zeigte sich Contador verbittert über seinen bisherigen Rennstall Astana.

"Nachdem ich für sie zweimal die Tour, einmal die Vuelta und einmal den Giro gewonnen habe, gab es nicht einmal ein Statement der Unterstützung. Außerdem habe ich seit September kein Gehalt mehr bekommen", ergänzte Contador, der am zweiten Ruhetag der Tour positiv in A- und B-Probe auf Clenbuterol getestet worden war. (Landis: Clenbuterol üblich)

Fleisch-These widerlegt

Der Spanier hatte dies mit verunreinigtem Fleisch zu erklären versucht.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) schenkt dieser Version aber wenig Glauben, nachdem in der betroffenen Metzgerei in Nordspanien Untersuchungen durchgeführt, aber keine Beweise für die Verwendung des illegal zur Kälbermast verwendeten Mittels gefunden worden waren.

Der Fall liegt derzeit beim spanischen Radsport-Verband RFEC, der über ein mögliches Strafmaß entscheiden muss.

Der Radsport-Weltverband UCI hat aber jüngst schon angekündigt, gegebenenfalls vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS zu ziehen.

"Es gibt keinen Haken"

Contador bekräftigt indes seine Unschuld. "Ich habe die Tour nicht wegen fünf Pikogramm Clenbuterol gewonnen. Ich werde im Schnitt alle sechs Tage getestet, egal, ob zu Hause, im Training oder im Wettkampf. Die Werte waren alle in Ordnung. Auch habe ich die ganzen Jahre über immer konstant gute Leistungen absolviert. Es gibt keinen Haken."

Deshalb fühle er sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. "Ich wünsche mir, dass die Leute, die über diesen Fall schreiben, denken oder sprechen, auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass ich vielleicht nichts getan habe", sagte der Madrilene.

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