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Rudolf Scharping wurde vom Ausschuss verhört © getty

Der von Dopingskandalen erschütterte deutsche Radsport wird weiter aus Steuermitteln gefördert. Das beschließt der Bundestag.

Berlin - Der von Dopingskandalen erschütterte deutsche Radsport wird weiter aus Steuermitteln gefördert.

Der Bundestags-Sportausschuss sprach sich nach der mit Spannung erwarteten 90-minütigen Anhörung von BDR-Präsident Rudolf Scharping und NADA-Geschäftsführer Göttrik Wewer gegen eine qualifizierte Sperre von 50 Prozent der Spitzensport-Förderung für das Jahr 2009 aus, wie sie die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen am Mittwoch beantragt hatte.

Vor vier Wochen war noch gefordert worden, die gesamten Mittel für 2009 zu streichen, wofür damals auch die anderen Parteien Unterstützung signalisierten. Nun folgte die Rolle rückwärts.

Eine Rückforderung von 2008 gezahlten Geldern wird es ebenfalls nicht geben.

Bei Mountainbike-DM keine Dopingkontrollen

Diese war diskutiert worden, weil es bei der Mountainbike-DM im Marathon im September in Singen aus finanziellen Gründen keine Dopingproben gegeben hatte.

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hatte schlicht kein Geld mehr dafür, wie Scharping begründete. Sein Verband erhielt in diesem Jahr Steuergelder in Höhe von insgesamt 2,579 Millionen Euro, ein Prozent davon wurde für den Profi-Radsport ausgegeben.

Obwohl die öffentliche Förderung erhalten bleibt, kämpft der Radsport aufgrund der jüngsten Doping-Skandale mit großen finanziellen Schwierigkeiten.

"Dopingproblematik reißt erhebliche Lücken"

"Die Dopingproblematik reißt erhebliche Lücken in unseren Haushalt, mit Blick auf 2009 wegen ausfallender Veranstaltungen und Sponsoren 500.000 Euro", sagte der ehemalige Verteidigungsminister Scharping: "Doping ist unverändert ein großes Problem im Profi-Radsport der Männer."

Wewer als Chef der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) erklärte: "Wir halten die nicht erfolgten Dopingkontrollen bei der Mountainbike-DM für einen Verstoß, aber für einen geringfügigen."

Zugleich machte er deutlich, der BDR habe bei seinem Anti-Doping-Kampf noch "Luft nach oben".

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