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Lance Armstrong gewann zwischen 1999 und 2005 sieben Mal in Serie die Tour de France © getty

Bei der Tour Down Under nutzt Lance Armstrong seinen letzten großen Auftritt zu PR-Zwecken. Er nennt sich einen Revolutionär.

Adelaide/Berlin - Das Sprint-Duell zwischen Vorjahressieger Andre Greipel und Mark Cavendish wird bei der Tour Down Under sehnsüchtig erwartet, doch die Schlagzeilen gehören mal wieder Lance Armstrong.

Wenn am Dienstag der Startschuss zur neuen Saison fällt, beginnt für den 39-Jährigen die diesmal endgültige Abschiedstour von der internationalen Radsport-Bühne.

Nach dem Rennen durch den Bundesstaat South Australia tritt Armstrong nur noch in seiner Heimat in die Pedale. (DATENCENTER: Der Rennkalender 2011)

"Mein Bestes gegeben"

"Ich gehe in dem Wissen, mein Bestes gegeben zu haben", sagte Armstrong. "Ich brauche niemanden, der mir ein Abzeichen ansteckt oder eine Statue baut."

Sportliche Ambitionen hat der Texaner im Süden Australiens nicht, es soll eher ein gemütliches Ausrollen werden. Doch einen leisen Abschied wird es nicht geben.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Ich bereue absolut nichts"

Der Machtmensch Armstrong bastelt auch im Rahmen der Rundfahrt an seiner Zukunft und zeigt sich als generöser Spendensammler für die Flutopfer im Osten Australiens.

"Ich selbst habe 50.000 Dollar gespendet und hoffe, dass die Summe ein wenig hilft", sagt Armstrong. Über die Kurznachrichtenplattform "Twitter" lud er zu einer Runde auf dem Rad ein und bat gleichzeitig um kleine Spenden - Tausende folgten dem Aufruf.

Obwohl er seit seinem Comeback sportlich sieglos blieb, wähnt sich Armstrong als großer Gewinner. "Ich bereue absolut nichts, auch wenn es härter als erwartet war", sagt der Ex-Weltmeister. 126156(DIASHOW: Spektakuläre Dopingfälle)

Der Effekt für seine Krebsstiftung Livestrong sei groß gewesen, auch wenn Drogenfahnder Jeff Novitzky gerade wegen Doping-Vorwürfen gegen Armstrong ermittelt: "Das hat überhaupt keinen Effekt auf mein Leben - null."

Armstrong lobt sich selbst

Der Patron sieht seine Jahre im Peloton ohnehin durch die rosarote Brille.

Seine Tour-Dominanz habe dem Radsport gut getan. "Jeder Sport braucht Charaktere, die die Leute interessieren", sagt Armstrong.

Er und sein Team hätten den Radsport in Sachen Training, Motivation und Team-Zusammenstellung revolutioniert: "Und jeder, der etwas anderes behauptet, hat den Sport nicht verstanden."

Ob sich Armstrong nach der Tour Down Under auf seine politische Ambitionen konzentrieren will, ließ er sich nicht entlocken. Lieber verkaufte er sich als Familienmensch und Fan: "Ich werde auf dem Sofa sitzen und die ganzen Rennen verfolgen. Und fünf Kinder zu erziehen, ist eine große Verpflichtung."

Greipel heiß auf Duell mit Cavendish

Eine große Verpflichtung hat Andre Greipel ebenfalls. Er soll seinem neuen Team Omega Pharma-Lotto Siege bescheren und schon in Australien damit beginnen.

Zweimal hat der gebürtige Rostocker die Rundfahrt im Trikot von HTC bereits gewonnen, nach der Eskalation der Dauerfehde mit Cavendish wechselte Greipel zu den Belgiern. "Ich werde einfach mein Ding machen. Ich will Rennen gewinnen, also muss ich auch Cavendish schlagen", kündigte Greipel an.

Supersprinter Cavendish hatte Greipel vorgeworfen, nur bei "beschissenen kleinen Rennen" zu gewinnen.

Vor dem Auftakt in Mawson Lakes gab sich der Brite allerdings ungewohnt kleinlaut: "Ich bin hier nicht wegen der Gesamtwertung. Ich will nur eine Etappe gewinnen."

Die Etappen der Tour Down Under:

Dienstag, 18. Januar: Mawson Lakes - Angaston (138 km)

Mittwoch, 19. Januar: Tailum Bend - Mannum (146 km)

Donnerstag, 20. Januar: Unley - Stirling (129 km)

Freitag, 21. Januar: Norwood - Strathalbyn (124 km)

Samstag, 22. Januar: McLaren Vale - Willunga (131 km)

Sonntag, 23. Januar: Adelaide - Adelaide (90 km)

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