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Patrik Sinkewitz begann seine Karriere 2001 beim Team Quick Step-Davitamon © getty

Die Suche nach einem Team hat für Dopingsünder Patrik Sinkewitz offenbar ein Ende. Ein tschechischer Rennstall ist interessiert.

Fulda - Der geständige Dopingsünder Patrik Sinkewitz hat einen neuen Radrennstall gefunden.

Er wird im Januar bei der Mallorca-Rundfahrt sein Comeback im zweitklassigen tschechischen Team PSK-Whirlpool geben.

"Ich habe einen Einjahresvertrag unterschrieben", sagte der 28-Jährige in einem Interview mit "TVnews-Hessen".

Sinkewitz war am 8. Juni 2007 positiv auf Testosteron getestet worden.

Nachdem das Ergebnis der Probe während der Tour de France bekanntgeworden war, hatten sich ARD und ZDF aus der Live-Berichterstattung zurückgezogen ("Von Schumacher bei der Tour belogen").

Für ein Jahr gesperrt

Der Hesse, damals in Diensten des Teams T-Mobile, machte von der Kronzeugenregelung Gebrauch und wurde schließlich für ein Jahr bis zum 17. Juli 2008 gesperrt.

Bisher hatte Sinkewitz vergeblich nach einem neuen Team gesucht.

Schub für die Kronzeugenregelung

Das Comeback von Sinkewitz könnte einen Schub für die Kronzeugenregelung bedeuten, die geständigen Dopingsündern eine kürzere Sperre garantiert.

Sein Anwalt Michael Lehner hatte das Konzept zuletzt infrage gestellt, nachdem Sinkewitz reihenweise Absagen von Rennställen kassiert hatte.

"Habe aus Fehlern gelernt"

"Dass ich wieder Rad fahren kann, ist für mich gigantisch. Ich habe aus den Fehlern gelernt und möchte einfach einen Neuanfang machen. Das Team bietet mir die Perspektive, die ich brauche. Starten werde ich mit der Mallorca-Rundfahrt", sagte Sinkewitz.

Zudem war der ebenfalls geständige Jörg Jaksche bei seinen Rückkehrversuchen nicht erfolgreich und hatte daraufhin frustriert seine Karriere beendet. Neue Spekulationen gibt es hingegen um Jan Ullrich.

Ullrich-Betreuer mit Kontakt zu Fuentes

Ullrichs früherer Betreuer Rudy Pevenage hat offenbar Kontakte zum spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes zugegeben.

Das bestätigte der Bonner Oberstaatsanwalt Fred Apostel dem Nachrichtenmagazin Focus.

Demnach erklärte Pevenage bei einem Verhör durch das Bundeskriminalamt, dass Ullrich und er mehrmals zu dem Arzt, der im Mittelpunkt der Dopingaffäre "Operacion Puerto" stand, nach Madrid gereist seien.

Ullrich sagt unter Eid aus

Ullrich selbst hatte erst am Mittwoch im Prozess gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Günther Dahms unter Eid ausgesagt, keinen persönlichen Kontakt mit Fuentes im Zeitraum Januar bis März 2003 gehabt zu haben.

Zu der Frage, ob Pevenage in dieser Zeit Kontakt zu Fuentes gehabt habe, antwortete Ullrich: "Nicht dass ich wüsste."

Verfahren gegen Geldbuße einstellen

Laut Pevenage sei es bei den Treffen um Gesundheits- und Trainingspläne gegangen. Der Belgier selbst will nicht daran teilgenommen haben.

Das Betrugsverfahren gegen Pevenage will die Staatsanwaltschaft Bonn wie schon im Fall Ullrich (Ullrich unter Eid: Nicht gedopt) gegen die Zahlung einer Geldbuße einstellen.

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