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Spaniens Hockey-Damen holten sich 1992 gegen Deutschland (r. Nadine Ernsting) Gold © imago

Die Frau von Doping-Arzt Fuentes warnt ihre Landsleute. Sie sei "wie eine Pandora-Büchse" und wisse Verheerendes über Olympia.

Madrid - Der "Operacion Puerto"-Skandal um den Doping-Arzt Eufemiano Fuentes bleibt für den spanischen Sport offenbar ein Pulverfass.

"Ich könnte den Sport in Spanien fertigmachen, wenn ich preisgebe, was ich weiß", erklärte Fuentes-Ehefrau Cristina Perez.

Weiter sagte die Hallen-EM-Dritte über 400 m von 1987: "Ich weiß, was bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona los war, und deswegen bin ich wie eine Pandora-Büchse, die, wenn sie sich öffnen würde, den ganzen Sport in Spanien in den Abgrund reißen würde."

Die 43-Jährige bezeichnete ihren Mann als "Sündenbock" und "Opfer einer Kampagne, um den Sport zu reinigen.

Die Ermittlungen gegen Fuentes wegen der Gefährung der öffentlichen Gesundheit sind aus Mangel an Verdachtsmomenten endgültig eingestellt worden.

"System des Weltsports"

"Seine Arbeit hat zum System des Weltsports gehört", so die zweimalige Olympia-Teilnehmerin.

Perez, die als Aktive selbst mehrfach unter Dopingverdacht geraten war, sagte weiter: "Ihn jetzt als kriminellen Chef einer Verschwörung oder eines internationalen Doping-Netzwerkes zu bezeichnen, ist Heuchelei und beschämend - auch für den spanischen Staat."

Die Äußerungen der Fuentes-Gattin könnten wieder Spekulationen anheizen, dass außer mehreren Stars der internationalen Radsport-Szene auch zahlreiche spanische Athleten aus anderen Sportarten zum Klientel des zwielichtigen Mediziners gehört haben könnten.

Polizei stellt Blutbeutel sicher

In der Vergangenheit waren in Spanien bereits einige Fußball- und Tennis-Profis als mutmaßliche Dopingsünder gehandelt worden.

Bei der "Operacion Puerto" der spanischen Polizei im Zuge der Dopingbekämpfung waren 2006 mehr als 200 Blutbeutel bei Fuentes und einem weiteren Mediziner beschlagnahmt worden.

Wenigstens 50 Radprofis, darunter der zurückgetretene Jan Ullrich, der Ansbacher Jörg Jaksche und Ex-Girosieger Ivan Basso (Italien) wurden in den Akten erwähnt. (Ulrich unter Eid: "Nicht gedopt!") Während Basso und Jaksche geständig waren, bestreitet Ullrich weiter alle Vorwürfe, obwohl ihm gefundene Blutbeutel zugeschrieben werden konnten.

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