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Lance Armstrong gewann bisher als einziger Fahrer die Tour de France sieben Mal © imago

Die AFLP händigt US-Ermittlern Armstrongs positive Dopingproben von der Tour de France 1999 aus. Sein Rücktritt erscheint als Flucht.

Paris - Im Zuge der Dopingermittlungen gegen den früheren US-Postal-Rennstall wird es für den siebenmaligen Toursieger Lance Armstrong immer ungemütlicher.

Die französische Anti-Doping-Agentur AFLD wird den US-Ermittlern um Cheffahnder Jeff Novitzky die Dopingproben Armstrongs von der Tour de France 1999 zur Verfügung stellen.

"Die AFLD wird dem amerikanischen Rechtshilfegesuch nachkommen. Der Prozess hat aber gerade erst begonnen", sagte AFLD-Chef Bruno Genevois der französischen Tageszeitung "Le Monde".

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Spuren von Epo in Proben

Die Aushändigung der Proben dürfte dem gerade erst zurückgetretenen Radstar alles andere als gelegen kommen. 13575(DIASHOW: Armstrongs Karriere)

In Nachuntersuchungen sollen in den sechs Proben Spuren des Blutdopingmittels EPO entdeckt worden sein, allerdings reichte dies nicht für eine sportrechtliche Verurteilung Armstrongs aus. Für Novitzky könnte es jedoch ein weiteres Mosaikstück in seinen Ermittlungen sein.

Novitzky, der einst schon den Balco-Skandal aufgedeckt hatte, leitete nach dem Doping-Geständnis von Armstrongs früherem Teamkollegen Floyd Landis im Mai 2010 ein umfangreiches Untersuchungsverfahren ein.

Zahlreiche Ex-Fahrer und Mitglieder des früheren US-Postal-Teams mussten bereits vor der Grand Jury aussagen.

Grund für plötzlichen Rücktritt?

Womöglich waren die voranschreitenden Ermittlungen auch der Grund für Armstrongs plötzlichen Rücktritt in der vergangenen Woche.

Ursprünglich wollte der Texaner noch die Kalifornien-Rundfahrt im Mai bestreiten und sich vor heimischem Publikum von der Radsport-Bühne verabschieden, doch bereits seine letzten Rennen glichen angesichts der Doping-Anschuldigungen immer mehr einem Spießrutenlauf.

Armstrong scheint sich bewusst zu sein, dass es für ihn eng würden könnte.

"Ich kann nicht kontrollieren, was bei den Ermittlungen passiert. Deshalb habe ich Leute engagiert, die mir helfen. Ich versuche, dass es mich nicht beschäftigt", hatte der 39-Jährige jüngst gesagt.

"Ich weiß, was ich tue, und ich weiß, was ich getan habe. Es ändert nichts."

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