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Patrik Sinkewitz fuhr 2006 und 2007 für das Team T-Mobile © getty

Auch in Sinkewitz' B-Probe wurde das Wachstumshormon HGH gefunden. Damit ist er der erste überführte HGH-Sünder im Radsport.

München - Auch die B-Probe des Dopingtests von Patrik Sinkewitz ist positiv. Das bestätigte der 30-Jährige der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) am Donnerstag.

Als Wiederholungstäter droht Sinkewitz nun eine lebenslange Sperre.

"Es ist leider so, und ich weiß, dass mir keiner glaubt", sagte Sinkewitz, der selber die Öffnung der B-Probe beantragt hatte.

Sinkewitz war positiv auf das Wachstumshormon HGH getestet worden. Sein italienisches Team Farnese Vini hatte ihn bereits nach Bekanntwerden der positiven A-Probe suspendiert, die ihm am 27. Februar beim Grand Prix Lugano vor dem Start entnommen worden war (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1).

Von Kronzeugenregelung profitiert

Sinkewitz war bereits am 8. Juni 2007 positiv auf Testosteron getestet worden.

Der Fall, der während der Tour de France publik wurde, hatte seinerzeit für große Aufregung gesorgt. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender zogen sich daraufhin mit sofortiger Wirkung aus der Live-Berichterstattung zurück.

Sinkewitz hatte in der Folge ein umfangreiches Geständnis abgelegt und auch über Dopingpraktiken im T-Mobile-Team bis 2006 ausgesagt.

Daraufhin profitierte der frühere Deutschland-Tour-Sieger von der Kronzeugenregelung und wurde ebenso wie sein Kollege Jörg Jaksche nur für ein Jahr gesperrt.

Sinkewitz nun ein Unikat

Anfang April teilte er über seine Interseite mit, entgegen der Angaben des Weltverbandes UCI sei bei seinem jüngsten Fall keine "Substanz" gefunden worden, sondern "ein Blutwert, der mir zur Last gelegt wird".

Der HGH-Test erfasst über ein indirektes Verfahren Werte von Substanzen, die nach Einnahme des Hormons gebildet werden. Sinkewitz' Wert lag angeblich leicht über der Grenze.

2010 organisierte die UCI, wie sie der "SZ" mitteilte, 143 eigene HGH-Tests. Obwohl das Mittel bei Dopingrazzien oft gefunden wird, gilt der einstige Kronzeuge Sinkewitz nun als erster überführter HGH-Sünder des Radsports (DATENCENTER: Radsport 2011).

Bisher wurden weltweit nur zwei Rugbyspieler positiv auf HGH getestet, der erste 2010 in Großbritannien.

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