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Stefan Schumacher holt zum Rundumschlag aus © getty

Stefan Schumacher hat sich erstmals seit Bekanntwerden seiner positiven A-Probe zu Wort gemeldet. Er droht mit Klage.

Nürtingen - Stefan Schumacher hat sich erstmals seit Bekanntwerden seiner positiven A-Probe zu Wort gemeldet und will die französische Anti-Doping-Agentur AFLD wegen Verleumdung verklagen.

"Ich habe einen Fragenkatalog an die AFLD gesendet. Ich warte noch immer. Stattdessen pflegt die AFLD weiterhin regen Kontakt zu den Medien. Ich werde das alles jedenfalls nicht mehr klaglos hinnehmen - dafür steht zu viel auf dem Spiel", teilte der WM-Dritte von 2007 auf seiner Internetseite mit.

Schumacher kündigte zudem an, für die Saison 2009 eine Lizenz beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR) zu beantragen.

Der Klassiker-Spezialist hat außerdem vom Weltverband UCI Grünes Licht für einen Start im kommenden Jahr erhalten.

"Er würde von uns eine Lizenz bekommen"

"Von uns würde er eine Lizenz bekommen, das wäre kein Problem. Die Tour stand in diesem Jahr nicht in der UCI-Verantwortung, weshalb wir auch kein Verfahren eröffnen würden", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid.

Der Ire verurteilte Schumacher aufgrund der positiven A-Probe dennoch. "Er und Bernhard Kohl waren zu gierig. Sie wollten eine zusätzliche Null in ihrem Vertrag. Ihnen standen die Dollarzeichen in den Augen", meinte McQuaid.

Schumacher selbst beteuert weiterhin seine Unschuld. "Ich habe ein reines Gewissen. Ich wurde bei der diesjährigen Tour de France so oft getestet wie kaum ein anderer Fahrer. Insgesamt habe ich 14 Proben abgeben müssen, zehn Urin- und vier Blutproben. Alle Auswertungen waren negativ", sagte der Schwabe.

Holczer bekommt sein Fett weg

Auch sein Ex-Teamchef Hans-Michael Holczer bekam sein Fett weg. "Er kannte alle 14 negativen Kontrollen, er kannte die völlig unauffälligen Werte - und er ließ sich bei der Tour für meine Erfolge feiern. Aber er hat mich nach Bekanntwerden der Vorwürfe nicht einmal persönlich kontaktiert. Im Gegenteil: Er hetzte mir gleich die Staatsanwaltschaft auf den Hals, Hausdurchsuchung inklusive", schimpfte Schumacher.

Dass seine Proben vom 3. und 15. Juli positiv sein sollen, versteht er nicht und zweifelt deshalb die Analyse der AFLD an.

"Fast schon erschrocken"

"Beim Ergebnis vom 3. Juli bin ich fast schon erschrocken - weil mein Hämatokritwert so niedrig war. Viel sauberer kann ein Blutwert kaum sein", meinte Schumacher.

Der Schock sei mit Verzögerung gekommen: "Angeblich sollen besagte A-Proben in einer Nachuntersuchung in Paris doch ein positives Ergebnis gebracht haben. Ich frage mich: Was für A-Proben? Die waren doch schon entsiegelt und analysiert. Eine zweite A-Probe vom gleichen Tag gab es nicht. Und das Regelwerk kennt keine Nachuntersuchung einer bereits ausgewerteten und überprüften A-Probe - außer zu wissenschaftlichen Zwecken. Zumindest steht in den Statuten von WADA, UCI und BDR nichts anderes."

McQuaid kündigt weitere Dopingfälle an

Auf dem 3. Anti-Doping-Forum in Berlin kündigte McQuaid zugleich weitere Dopingfälle: "Aufgrund von Auffälligkeiten in den neu eingeführten Blutprofilen wird es einige positive Fälle geben."

McQuaid nannte allerdings weder Namen, noch wollte er sich auf eine konkrete Zahl festlegen.

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