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Andre Greipel gewann 2008 und 2010 die Tour Down Under in Australien © getty

Bei der Tour de Suisse will sich Andre Greipel Selbstvertrauen für die Frankreich-Rundfahrt holen. Klöden glaubt an den Sieg.

Lugano - Auf die geliebten Kartoffelpuffer von Oma Liesbeth wird Deutschlands Top-Sprinter Andre Greipel in den kommenden Wochen verzichten müssen.

Der Hürther Radprofi startet bei der am Samstag beginnenden Tour de Suisse (ab Samstag EXKLUSIV im TV auf SPORT1) und trifft dort auf Sprintelite um den Briten Mark Cavendish, den Belgier Tom Boonen, Oscar Freire (Spanien) und Straßenweltmeister Thor Hushovd aus Norwegen.

Der falsche Zeitpunkt für Ernährungssünden. Beim letzten großen Test vor dem Saisonhöhepunkt Tour de France (2. Juli bis 24. Juli) geht es für Greipel schließlich um die finale Standortbestimmung.

"Wenn es zum Sprint kommt, will ich da sein und ihn gewinnen. Jeder Sprint zählt, egal, wo und gegen wen es geht. Ein Etappensieg wäre schön, denn er verleiht zusätzliches Selbstvertrauen, sagte Greipel. In der Schweiz gehe es ihm aber "hauptsächlich um den Trainingseffekt".

"Es gibt immer Luft nach oben"

Nach zuletzt zwei Etappenerfolgen bei der Belgien-Rundfahrt zeigt die Formkurve des Fahrers vom Team Omega Pharma-Lotto steil bergauf (DATENCENTER: Tour de Suisse).

"Meine Verfassung wird besser und besser. Ich bin auf dem richtigen Weg für den Juli. Aber es gibt immer Luft nach oben", sagte Greipel, der zum ersten Mal an der Schweiz-Rundfahrt teilnimmt: "Ich kenne die Strecke nicht. Ich kann die Etappen aber ohnehin nicht ändern."

Feinschliff für die Tour

Der 28-Jährige wird sich gedulden müssen, ehe er seine Stärken voll ausspielen kann. Bei der 75. Auflage des Traditionsrennens steht zunächst ein prologartiges Einzelzeitfahren durch Lugano auf dem Programm, ehe am Pfingstsonntag der Nufenenpass (2478 m) als höchster Berg der Rundfahrt wartet.

Am Montag folgt eine kurze, aber intensive Bergetappe. Die erste Sprintankunft wird beim vierten Teilstück erwartet.

Trotz des für Sprinter eher ungünstigen Streckenprofils glaubt Greipel, sich in der Schweiz den nötigen Feinschliff für die "Große Schleife" holen zu können.

Etappensieg als mögliches Ziel

Auch in Frankreich will er sich behaupten: "Ich freue mich sehr auf die Tour de France. Es wird mein erstes Mal sein, und ich bin sehr stolz, dabei zu sein. Nach Möglichkeit will ich auch dort eine Etappe gewinnen", sagte Greipel. Das grüne Trikot des besten Sprinters wollte er nicht als Ziel ausgeben.

Chancen auf den Gesamtsieg in der Schweiz rechnet sich aus deutscher Sicht Andreas Klöden (Radio Shack) aus. Zu den ärgsten Konkurrenten des Cottbusers zählt Vorjahressieger Frank Schleck (Leopard Trek), der auf die Unterstützung der deutschen Teamkollegen Jens Voigt (Berlin) und Linus Gerdemann (Münster) baut.

Martin nicht am Start

In Chris Horner und Levi Leipheimer (beide USA) hat Klöden zwei weitere Anwärter auf das "Goldene Trikot" in den eigenen Reihen. Lokalmatador und Zeitfahrweltmeister Fabian Cancellara gilt als Favorit bei den Zeitfahren der ersten und letzten Etappe.

Deutschlands Radsport-Hoffnung Tony Martin (HTC-Highroad) wird in diesem Jahr nicht an den Start gehen. Der 26 Jahre alte Wahl-Schweizer (Kreuzlingen) fährt stattdessen beim zweiten traditionellen Vorbereitungsrennen auf die Tour de France, dem derzeit laufenden "Criterium du Dauphine".

Die Etappen der Tour de Suisse im Überblick:

1. Etappe (11. Juni): Lugano - Lugano (7,3 km)

2. Etappe (12. Juni): Airolo - Crans-Montana (149 km)

3. Etappe (13. Juni): Brig-Glis - Grindelwald (107,6 km)

4. Etappe (14. Juni): Grindelwald - Huttwil (198,4 km)

5. Etappe (15. Juni): Huttwil - Tobel-Tägerschen (204,2 km)

6. Etappe (16. Juni): Tobel-Tägerschen - Triesenberg-Malbun/Lichtenstein (157,7 km)

7. Etappe (17. Juni): Vaduz/Lichtenstein - Serfaus-Fiss-Ladis/Österreich (222,8 km)

8. Etappe (18. Juni): Tübach - Schaffhausen (167,3 km)

9. Etappe (19. Juni): Schaffhausen - Schaffhausen (32,1 km)

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