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Mark Cavendish (l.) und Andre Greipel (ganz r.) fuhren letzte Saison zusammen für HTC © getty

Greipel und Cavendish schieben sich nach der verpatzen achten Etappe gegenseitig die Schuld zu. Bei der Tour kommt es zum Duell.

Schaffhausen - Die Fehde des deutschen Sprintstars Andre Greipel mit seinem britischen Rivalen Mark Cavendish hat sich bei der Tour de Suisse (ab 16.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) zugespitzt.

Beide Radprofis warfen sich nach der 8. Etappe (Bericht und Video) gegenseitig vor, die Schuld an der verpassten Chance auf einen Massensprint zu tragen.

Eine Attacke des Teams Movistar hatte den Plan zunichte gemacht. Greipel und Cavendish verloren entscheidenden Kontakt zur Spitze. (DATENCENTER: Tour de Suisse)

"Dank Cavendish ist das Feld in zwei Teile gerissen"

Nach Ansicht Greipels war Cavendish dafür verantwortlich. "Dank Cavendish ist das Feld in zwei Teile gerissen. Er hat zu einem Teamkollegen gesagt, er soll ruhiger machen, dadurch ist das Loch ganz schnell groß geworden", sagte Greipel. "Mein Team hat dann zwar sofort reagiert, aber es war aussichtslos", so der Omega Pharma-Lotto-Fahrer.

Er habe dies Cavendish sofort gesagt und ihn auch im Ziel noch einmal damit konfrontiert.

Der Brite von Team HTC-Highroad reagierte darauf in gewohnt streitsamer Manier. "Der dümmste Kommentar des Jahres geht an Andre Greipel", twitterte er. "Warum, verdammt noch mal, bleibst du nicht an deinem Vordermann dran", habe der Deutsche zu ihm gesagt, schrieb der Brite.

Tour-Duell wird mit Spannung erwartet

Greipel reagierte gelassen und sagte, die Woche sei eben für Cavendish nicht besonders gut gelaufen.

Die Psycho-Spielchen der beiden Konkurrenten im Vorfeld der 98. Tour de France haben also wieder begonnen. Das bevorstehende Duell in knapp zwei Wochen bei der "Großen Schleife" wird auch deshalb mit großer Spannung erwartet.

Noch letzte Saison waren beide Kollegen beim amerikanischen HTC-Rennstall. Cavendish hatte damals Greipels Siege diskreditiert. Er könne nur "beschissene kleine Rennen" gewinnen, sagte der Brite.

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Härtetest nicht zufriedenstellend

Nachdem dann Cavendish und nicht Greipel für die Tour 2010 nominiert wurde, entschied sich der gebürtige Rostocker zum Wechsel. In der Schweiz haben sich beide nun einem letzten Härtetest unterzogen, der aber auch aus Greipels Sicht nicht zufriedenstellend endete. Keiner der beiden Sprinter erreichte ein Top-Resultat.

"Es gab leider keine richtige Sprintankunft. Deshalb fällt die Bilanz schlecht aus", sagte Greipel. "Die prädestinierten Sprinter sind nicht zum Zuge gekommen. Es gab genug Etappen für Bergfahrer, aber keine für uns. Ich verstehe nicht, warum man immer irgendwelche Hügel vor dem Ziel einbauen muss".

Seine Mannschaft habe aber gut gearbeitet, sagte der 28-Jährige. "Klar, es war für nichts. Aber an den entscheidenden Stellen war ich in den richtigen Positionen. Das lässt hoffen", so Greipel.

Ruhige Vorbereitung auf die Tour de France

Wegen der vielen Anstiege habe er noch einmal etwas für die Kraftausdauer machen können. "Ich bin vom Hauptfeld an den Bergen nicht abgehängt worden. Das war in Ordnung", sagte er.

Bis zur Tour wird Greipel sich nun weitgehend ausruhen. Das letzte Rennen absolviert er bei der Deutschen Meisterschaft in Neuwied (24. bis 26. Juni).

Kein Deutscher unter den besten 25

Auch insgesamt konnten die deutschen Fahrer in der Schweiz keine großen Glanzlichter setzen.

Die besten Tagesplatzierungen holten Andreas Klöden (Mittweide/RadioShack), der einmal Fünfter wurde, Gerald Ciolek (Köln/Quick Step) mit einem siebten Rang und Linus Gerdemann (Münster/Leopard Trek) mit einem achten Platz.

In der Gesamtwertung landete kein Deutscher unter den besten 25.

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