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Tony Martin gewann im März als erster Deutscher seit Jörg Jaksche 2004 Paris-Nizza © getty

HTC bangt um die Zukunft. Die Suche nach einem neuen Hauptsponsor läuft. Teamchef Stapleton setzt ein Ultimatum und unkt bereits.

München - Der deutsche Radsport-Hoffnungsträger Tony Martin steht womöglich vor einer ungewissen Zukunft. Seinem Team HTC-Highroad, einem der weltbesten und erfolgreichsten Rennställe der letzten Jahre, droht am Saisonende das Aus.

Das amerikanische Team, Nachfolger der früheren deutschen T-Mobile-Mannschaft, ist eine Woche vor Beginn der Tour de France (2. Juli bis 24. Juli) auf der Suche nach einem neuen Titelsponsor.

Der Vertrag mit dem Mobiltelefonhersteller HTC läuft Ende 2011 aus, eine Verlängerung ist nicht garantiert.

Frist bis zum Ende der Tour

"Wenn wir bis zum Ende der Tour keinen Sponsor haben, müssen wir anfangen zu überlegen, wie wir den Betrieb zurückschrauben. Das weltbeste Radsportteam braucht einen Hauptsponsor", sagte der amerikanische Teamboss Bob Stapleton der Nachrichtenagentur "AFP".

Obwohl es im Team HTC-Highroad bislang nie einen Dopingfall gegeben habe, verhielten sich Sponsoren sehr zurückhaltend, sagte Stapleton, der gerne zehn Millionen Euro pro Jahr über eine Mindestlaufzeit von drei Jahren hätte.

Seit 2008 hat HTC, das neben der Männermannschaft auch ein Frauenteam unterhält, insgesamt 460 Siege eingefahren, darunter knapp 50 Etappensiege bei den drei großen Landesrundfahrten in Frankreich (Tour), Italien (Giro) und Spanien (Vuelta).

Auch drei deutsche Frauen unter Vertrag

Neben dem gebürtiger Cottbuser Martin, der bei der Tour 2011 unter die Top Ten möchte, zählen in Senkrechtstarter John Degenkolb (Gera), Routinier Bert Grabsch (Wittenberg) und Zeitfahrspezialist Patrick Gretsch (Erfurt) drei weitere deutsche Fahrer zur Mannschaft.

Auch der britische Sprintstar Mark Cavendish fährt für HTC.

Zum Frauenteam gehören die Straßen-Weltmeisterin von 2004, Judith Arndt (Leipzig), Charlotte Becker (Berlin) und Ina-Yoko Teutenberg (Mettmann).

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