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Robert Wagner (r.) wechselte 2011 von Skil-Shimano zu Leopard-Trek © getty

Robert Wagner krönt sich im Schlussspurt zum Straßenmeister. Ein Jungstar wird Dritter. Bei den Damen verschenkt Arndt den Sieg.

Neuwied/München - Ein Überraschungstriumph hat die Siegesserie von HTC-Highroad bei den deutschen Straßenmeisterschaften in Neuwied beendet.

Robert Wagner (Magdeburg/Leopard-Trek) sicherte sich seinen ersten DM-Titel und feierte damit den größten Erfolg seiner Karriere.

Im Schlusssprint setzte sich der 28-Jährige gegen Gerald Ciolek (Köln/Quick Step) und John Degenkolb (Gera/HTC-Highroad) durch.

"Unglaublich. Davon habe ich immer geträumt, das ist das Größte", sagte Wagner, der nun ein Jahr lang das begehrte Trikot mit dem Brustring in den deutschen Landesfarben tragen darf.

Greipel geschlagen

Deutschlands Top-Sprinter Andre Greipel aus Rostock (Omega Pharma-Lotto) wurde Vierter, Tour-Hoffnung Tony Martin (Cottbus/HTC-Highroad) erreichte als 68. das Ziel.

Der Sieger verspürte Genugtuung nach einer bislang schwierigen Saison: "Ich hatte seit März eine ziemliche Pechsträhne, lag mehr neben dem Rad, als dass ich drauf saß. Ich wusste nicht, wo ich stehe. Jetzt werde ich versuchen, dem Trikot alle Ehre zu machen."

Mit seinem Sieg machte Wagner den vierten Triumph eines HTC-Fahrers in Neuwied zunichte. Das amerikanische Team hatte zuvor die Titelkämpfe dominiert und verabschiedete sich schwer beladen.

Neun von zwölf möglichen DM-Medaillen aus den Frauen- und Männerwettbewerben, darunter dreimal Gold, schmückten die HTC-Profis.

Ausreißer bestimmen Anfangsphase

Zu Beginn des Rennens am Sonntag nutzte eine dreiköpfige Gruppe von Nachwuchsfahrern in den ersten von 13 Runden auf dem 208 Kilometer langen Kurs die Chance, sich in Szene zu setzen.

Kim Lachmann (Neuwied/for you) und Daniel Westmattelmann (Ahlen/Eddy Merckx-Indeland) wurden nach knapp 90 Kilometern gestellt, Yannick Bok (Stadtlohn/TT Raiko) gab das Rennen drei Kilometer früher auf.

In der Folge nahm das Rennen seinen erwartet unruhigen Verlauf.

"Sprints sind Lotterie"

Eine Vielzahl von Fahrern versuchte immer wieder, sich vom Feld abzusetzen - darunter der Grevesmühlener Jens Voigt, dessen Angriffe in der neunten, zehnten und elften Runde aber frühzeitig abgewehrt wurden.

Die Entscheidung fiel zum Ende einer spannenden letzten Runde, als es weitere verzweifelte Ausreißversuche gab, die allesamt erfolglos blieben.

Am Schluss der Zielgeraden behielt Wagner die Oberhand und schlug die versammelte Sprint-Prominenz um Degenkolb und Greipel. "Sprints sind immer irgendwo eine Lotterie. Dass ich als erster über die Linie fahre, damit habe ich nicht gerechnet", sagte Wagner.

Zweiter Titel für Teutenberg

Im Frauen-Rennen ging der Sieg wie beim Zeitfahren am Freitag nur über HTC-Highroad. Judith Arndt (Leipzig) und Ina-Yoko Teutenberg (Düsseldorf) hatten sich in der fünften von sieben Runden auf dem 112 Kilometer langen Rundkurs in Neuwied vom Feld abgesetzt.

Arndt, die am Freitag ihren Titel erfolgreich verteidigt hatte, überließ Teutenberg auf der Zielgeraden den Sieg.

"Es ist eine große Ehre, das Trikot der deutschen Meisterin in meinem letzten Jahr tragen zu können. Dass Judith mir den Sieg überlassen hat, zeigt, wie sehr es im Team stimmt", sagte Teutenberg.

HTC dominiert

Bereits am Freitag hatte Routinier Bert Grabsch (Wittenberg) den Meistertitel im Einzelzeitfahren auf der Straße geholt und dabei Titelträger Tony Martin entthront.

Den Dreifacherfolg des HTC-Teams komplettierte Patrick Gretsch (Erfurt). Bei den Frauen siegte wie im Vorjahr Judith Arndt.

Auf die Plätze zwei und drei kamen Arndts Teamkolleginen Charlotte Becker (Berlin) und Ina-Yoko Teutenberg (Mettmann).

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