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Wim Vansevenant mit Roten Laterne, die er dreimal gewann © getty

Das Omega-Lotto-Team trennt sich von einem Mitarbeiter. Der Ex-Profi ist Empfänger "ultra-moderner" Dopingpräparate.

Der Radrennstall von Deutschlands Top-Sprinter Andre Greipel hat kurz vor dem Start der 98. Tour de France (2. bis 24. Juli) auf den drohenden Dopingskandal um Wim Vansevenant reagiert und zum Befreiungsschlag ausgeholt.

Das Omega-Pharma-Lotto-Team beendete am Mittwoch die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Profi, der Dopingprodukte aus Australien importiert haben soll.

"Nach dem, was passiert ist, ist es offenkundig, dass er für uns keinen Bus bei der Tour fahren wird", sagte Teamchef Geert Coeman der Nachrichtenagentur Reuters. "Das hat nichts mit dem Team zu tun, es ist ein persönliches Problem. Ich hoffe, es wird schnell aus der Welt geschafft sein", ergänzte Teamleiter Marc Sergeant.

Ultra-moderne Dopingprodukte

Wie die belgischen Zeitungen "De Standaard" und "Het Nieuwsblad" am Mittwochmorgen berichtet hatten, soll Vansevenant Empfänger eines Pakets mit "ultra-modernen Dopingprodukten" gewesen sein, das vor zwei Wochen vom Zoll am Flughafen in Brüssel abgefangen worden war.

Inhalt des Päckchens sollen Steroide und Präparate für Blutdoping im Wert von mehreren Tausend Euro gewesen sein. Die belgische Justiz hat ein Verfahren eingeleitet.

Für persönlichen Gebrauch

Der belgischen Nachrichtenagentur "Belga" zufolge habe Vansevenant erklärt, die Produkte seien für seinen persönlichen Gebrauch bestimmt.

Der 39 Jahre alte Belgier hatte seine Karriere 2008 beendet und sollte bei der diesjährigen Tour VIP-Gäste des belgischen Rennstalls chauffieren. Mit drei letzten Plätzen (2006, 2007, 2008) ist Vansevenant "Rekordgewinner" der Roten Laterne bei der Frankreich-Rundfahrt.

Bei Omega Pharma Lotto stehen auch Sebastian Lang (Sonneberg) und Marcel Sieberg (Castrop-Rauxel) unter Vertrag. Beide sind zusammen mit Greipel für die diesjährige Tour nominiert worden.

Erinnerung an Festina-Skandal

Der "Fall Vansevenant" erinnert an zwei vergangene Tour-Skandale.

1998 war der belgische Teambetreuer des Festina-Rennstalls, Wim Voet, am Vorabend des Tour-Starts an der belgisch-französischen Grenze mit zahlreichen verbotenen Substanzen im Wagen festgenommen worden.

Bei Tour-Halbzeit wurde wird die gesamte Mannschaft mit den Stars Richard Virenque (Frankreich) und Alex Zülle (Schweiz) aus dem Rennen genommen. Zahlreiche Razzien veranlassten andere Teams zur Flucht. Nur 14 von 21 Teams und 97 von 198 gestarteten Fahrern beendeten damals die Rundfahrt.

Festnahme der Ehefrau

Vier Jahre später wurde Edita Rumsas, die Ehefrau des Gesamtdritten Raimundas Rumsas (Litauen), am Schlusstag der Tour mit zahlreichen verbotenen Mitteln im Auto festgenommen.

Raimundas Rumsas wurde nicht belangt, aber beim Giro 2003 überführt.

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