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Tony Martin begann seine Karriere 2008 im Team Columbia © getty

Im ersten Jahr ohne deutsches Team seit 1992 nehmen sich die deutschen Pedaleure bei der 98. Tour de France Einiges vor.

Les Herbiers - Zwei für die Gesamtwertung, einer für die Sprintduelle und sonst jede Menge edle Helfer:

Auch wenn die 98. Tour de France ab Samstag erstmals seit 1992 ohne ein deutsches Team startet, die zwölf deutschen Radprofis wollen in jedem Falle von sich reden machen.

Tony Martin und Andreas Klöden kämpfen um eine Spitzenposition im Klassement, Andre Greipel will in den Sprints überzeugen und Jens Voigt führt die Riege der treuen Adjudanten an.

Zuvorderst gilt dabei die Aufmerksamkeit dem gebürtigen Cottbuser Martin.

Der 26-Jährige ist das Trumpfass des amerikanischen Rennstalls HTC-Highroad, möchte unter die besten Zehn und einmal ins "maillot jaune".

"Wenn er ernsthaft Klassementfahrer sein will, dann muss er es jetzt angehen", sagte HTC-Sportdirektor Rolf Aldag.

"Noch im Aufbau der Form"

Martin hat sich akribisch auf diese Aufgabe vorbereitet, und er hat dazugelernt.

Sein Einbruch bei der Tour 2010 soll sich nicht wiederholen, dafür hat der gebürtige Cottbuser einiges umgestellt. Martin ist statt der Tour de Suisse das Criterium du Dauphine gefahren, das traditionell auf einigen Etappen der Tour ähnelt.

"Ich bin noch im Aufbau der Form und nicht schon wieder auf einem sinkenden Niveau wie letztes Jahr. Der Plan ist, die Form über die ersten Etappen zu finden", sagte Martin.

"Das wäre ein großer Traum"

Er hat sich bei der Dauphine in den Bergen zurückgenommen, wollte Kraftreserven behalten.

Er siegte dort zudem beim Zeitfahren in Grenoble, das identisch mit dem der Großen Schleife war. So plant Martin auch bei 20. Etappe der Tour ganz vorn zu sein und liebäugelt mit dem Gelben Trikot in der ersten Woche.

"Es wäre die Erfüllung eines ganz großen Traums. Dann kann man sich in die Bücher mit großen Namen eintragen lassen", sagte er. Der letzte Deutsche in Gelb war 2008 Stefan Schumacher, der allerdings später des Dopings überführt wurde.

Viel Qualität bei RadioShack

Sollte Martin dennoch die Spitze ziehen lassen müssen, können die deutschen Radfans womöglich Andreas Klöden bejubeln.

Nicht wenige trauen dem 36-Jährigen eine Spitzenposition zu. Der Sachse war zweimal Zweiter der Tour, steht aber, abgesehen von einem Erfolg im Mannschaftszeitfahren 2009, noch ohne Etappensieg da.

Klöden hat im Team RadioShack viel Routine und eine Menge Qualität an seiner Seite (423786DIASHOW: Die 21 Etappen).

Denn nicht nur der Deutsche, sondern auch die Amerikaner Levi Leipheimer und Chris Horner sowie der Slowene Janez Brajkovic könnten den Ex-Armstrong-Rennstall an der Spitze des Feldes repräsentieren.

Psycho-Spielchen inklusive

In die Duelle der schnellsten Sprinter der Welt soll Debütant Andre Greipel eingreifen. Bei der letzten Tour noch vom Team HTC verschmäht und im Schatten seines Rivalen Mark Cavendish stehend, will der 28-Jährige diesmal Eindruck hinterlassen.

Sein Blick dürfte dabei immer wieder seinem britischen Ex-Teamkollegen gelten.

Die Fehde der Beiden erfährt auf den Straßen Frankreichs ihren Höhepunkt, die Psycho-Spielchen dafür begannen bereits bei der Tour de Suisse.

Voigt und Gerdemann für Schleck

Nicht fehlen darf freilich der Grand-Seigneur der deutschen Radelite. Zum 14. Mal nimmt Jens Voigt die Tour in Angriff, stellt damit den nationalen Teilnahmerekord von Erik Zabel ein. Weithin genießt der Mecklenburger großes Ansehen.

Diesmal wird sich der zweimalige Etappensieger im Team Leopard Trek ganz in den Dienst des Luxemburgers Andy Schleck stellen, der Alberto Contador vom Tour-Thron stoßen will.

Auch der wieder erstarkte Linus Gerdemann, der 2007 einmal in Gelb fuhr, gehört diesem Rennstall an.

Viele deutsche Helfer

Auf das Grüne Trikot für den Italiener Alessandro Petacchi hat es indes Lampre mit Danilo Hondo abgesehen, der aber hofft, auch noch seinen Traum von einem Tour-Etappensieg zu erfüllen.

Bei Omega Pharma-Lotto unterstützen Marcel Sieberg und Sebastian Lang ihren Landsmann Greipel.

BMC Racing baut auf die ausdauernden Beine von Marcus Burghardt, Rabobank auf die treuen Dienste von Grischa Niermann, Sky will mit Christian Knees Erfolg einfahren und Quick Step hat den schnellen Gerald Ciolek dabei, der aber vor allem für Belgiens Superstar Tom Boonen ackern wird.

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