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Thor Hushovd (l.) gewann 2005 und 2009 die Sprintwertung bei der Tour de France © getty

Beim Mannschafts-Zeitfahren hat das Team Garmin die Nase vorn. Hushovd löst Gilbert als Leader ab. Contador verliert erneut Zeit.

Les Essarts - Den Sieg auf der zweiten Etappe der 98. Frankreich-Rundfahrt holte sich das Team Garmin-Cervelo in 24:48 Minuten vor Sky (vier Sekunden zurück) und BMC Racing (ebenfalls vier Sekunden).

Damit löste Norwegens Weltmeister Thor Hushovd den Belgier Philippe Gilbert (Omega Pharma-Lotto) an der Spitze der Gesamtwertung ab und durfte sich das "maillot jaune" überstreifen.

"Alles hat perfekt funktioniert, alle haben sich aufgeopfert. Das ist ein großer Tag für mich und das Team", sagte Hushovd, bevor er das Regenbogentrikot des Weltmeisters gegen das Gelbe Tour-Trikot tauschte.

"Es ist etwas Besonderes und unbeschreiblich. Ich hoffe, ich kann das Trikot ein paar Tage tragen", erklärte er.

Martin verpasst Gelbes Trikot

Bester Deutscher war auf Platz fünf Linus Gerdemann (Münster/Leopard Trek) als Fünfter mit vier Sekunden Rückstand (DATENCENTER: Tour de France 2011).

Der deutsche Hoffnungsträger Tony Martin hat seinen Traum von Gelben Trikot bei der Tour de France nur knapp verpasst.

Der 26-Jährige zeigte am Sonntag mit seinem Team HTC-Highroad im Mannschaftszeitfahren über 23 Kilometer in Les Essarts zwar eine überzeugende Vorstellung, musste jedoch vier Rennställen den Vortritt lassen.

"Ich fand den Kurs persönlich sehr schwer und hatte enorme Probleme, reinzukommen. Ich habe immer gesagt, dass Gelb ein schönes Zwischenziel ist, aber Top 10 in Paris bleibt das große Ziel", sagte Martin, der in der Gesamtwertung mit fünf Sekunden Rückstand Platz 14 einnimmt. "Es wird aber noch viele Möglichkeiten geben, Gelb zu gewinnen".

Contador verliert weiter

Titelverteidiger Alberto Contador musste einen weiteren Rückschlag einstecken, konnte aber ein erneutes Desaster vermeiden.

Der Spanier verlor mit seinem dänischen Team Saxo Bank 28 Sekunden auf die Tagessieger und 23 auf seinen Herausforderer Andy Schleck (Luxemburg), der mit Leopard Trek Vierter wurde.

Schon auf der Auftaktetappe (Bericht) hatte sich Contador 1:14 Minuten Rückstand auf Schleck eingehandelt, nachdem er im Gegensatz zu seinem vermeintlich stärksten Kontrahenten Schleck durch einen Sturz aufgehalten worden war.

Insgesamt muss der dreifache Tour-Sieger Contador nun 1:38 Minuten aufholen, wenn er seinen Erfolg wiederholen will.

Sturz bei HTC

Tony Martins Formation war früh gehandicapt, als dem Österreicher Bernhard Eisel noch auf dem ersten Kilometer in einer Linkskurve das Hinterrad wegrutschte.

Eisel fand den Anschluss an seine Teamgefährten nicht mehr.

Ab der zweiten Zwischenzeit zündete HTC dann den Turbo und holte noch einige Sekunden auf. Damit bleibt Stefan Schumacher weiter der letzte Deutsche in Gelb.

Er war bei der Tour 2008 für das Team Gerolsteiner in Gelb gefahren. Nach der Tour wurde Schumacher, der inzwischen für einen drittklassigen Rennstall fährt, jedoch des Dopings überführt und zwei Jahre gesperrt.

Rabobank distanziert Contador-Team

Für Alberto Contador geht derweil in der Tour die Pechsträhne weiter. Am Samstag war der 28-Jährige durch einen Massensturz entscheidend aufgehalten worden und auch beim Zeitfahren lief nun sein Saxo Bank-Team nicht homogen genug.

Auch Rabobank um den Niederländer Robert Gesink und Grischa Niermann aus Hannover distanzierte Contador und Co. etwas unerwartet.

Das Team war 16 Sekunden schneller als Saxo Bank. Nach dem gestrigen Desaster hatte Contador eine denkbar ungünstige Ausgangsposition.

Sein Rennstall musste als erster auf den Kurs und hatte so keinen Richtwert.

Gilbert verliert Gelbes Trikot

Contador verlor bis zur zweiten Zwischenzeit bereits seine drei Landsleute. Benjamin Noval, Jesus Hernandez und Daniel Navarro musste allesamt frühzeitig abreißen lassen.

Nach 25:16 Minuten überquerte der Titelverteidiger mit seinen Kollegen die Ziellinie. Gilbert, Etappensieger am Samstag, konnte Gelb erwartungsgemäß nicht behaupten.

Der Ardennen-König rollte mit den drei Deutschen Andre Greipel (Rostock), Sebastian Lang (Sonneberg) und Marcel Sieberg (Castrop-Rauxel) als Zehnter ins Ziel.

Klarer Rückstand für Sanchez

In Samuel Sanchez (Spanien) hat zudem ein weiterer Podiumsanwärter nach dem ersten Wochenende schon deutlich an Boden eingebüßt.

Der Euskaltel-Kapitän war gemeinsam mit Contador eines der Opfer der Auftaktetappe und auch im Mannschaftszeitfahren lief es für den letztjährigen Tour-Vierten bescheiden.

Sanchez und Co. waren noch einmal 54 Sekunden langsamer als Saxo Bank. Zu den geschlagenen Tour-Kapitänen zählte auch der Italiener Ivan Basso, der mit dem Team Liquigas nur im Mittelfeld landete.

Greipel gegen Cavendish

Am Montag schlägt auf der dritten Etappe der Tour (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) zum ersten Mal die Stunde der schnellsten Männer der Welt. In Redon wird nach 198 Kilometern ein "Sprint Royal" erwartet.

Dann könnte es auch erstmals zum direkten Duell des deutschen Top-Sprinters Andre Greipel mit seinem Dauerrivalen Mark Cavendish (Großbritannien/HTC-Highroad) kommen.

Das Teilstück beginnt an der Atlantikküste in Olonne-sur-Mer.

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