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Tyler Farrar widmete den Sieg seinem verstorbenen Kollegen Wouter Weylandt © getty

Tyler Farrar vom Garmin-Team gewinnt die erste Sprint-Ankunft der Tour de France 2011. Die Gesamtführung bleibt bei Thor Hushovd.

Redon - Als Tyler Farrar über den Zielstrich rollte, waren die Gedanken bei seinem besten Freund.

Der Amerikaner bildete mit beiden Händen ein großes "W" und widmete seinen Premierensieg bei der Tour de France dem beim Giro im Mai 2011 tödlich verunglückten Belgier Wouter Weylandt.

Der 27-jährige vom Team Garmin-Cervelo hatte noch bei der Siegerehrung ganz feuchte Augen.

"Das waren schrecklich zwei Monate mit vielen Höhen und Tiefen", sagte Farrar nach seinem Triumph: "Ich wollte in Gedenken an Wouter etwas ganz Besonderes machen. Die Tour ist die beste Bühne dafür. Es ist ein bisschen unglaublich."

Ernüchterung brachte der erste Massensprint der 98. Auflage der Frankreich-Radrundfahrt dagegen für die Dauerrivalen Mark Cavendish (Großbritannien/HTC-Highroad) und Andre Greipel (Rostock/Omega Pharma-Lotto).

Beide waren im Finale nicht optimal positioniert und hatten mit der Vergabe der Spitzenplätze nichts zu tun. Seinen Frust ließ Cavendish an der Scheibe des Teambusses aus, gegen die er wutentbrannt schlug.

"Da war der Sprint vorbei"

In der Schlusskurve gab es 600 Meter vor dem Ziel zudem beinahe einen Massensturz.

"Wir waren zu früh vorne, und in der Kurve musste ich stark bremsen. Ich hatte das Gefühl, dass ich vom Rad fliege", sagte Cavendish.

"Da war der Sprint für mich vorbei", sagte Greipel. Der HTC-Zug geriet indes bereits ins Stocken, als die deutsche Tour-Hoffnung Tony Martin (Cottbus) viel zu früh an der Spitze des Feldes war.

Cavendish macht sich trotz der Pleite keine Sorgen für die kommenden Tage. "Ich habe gute Beine, die Form ist da".

Und auch Greipel mahnte zur Geduld: "Es ist gerade einmal der dritte Tag. Wir waren auf Augenhöhe mit den anderen Teams. Ich hatte vor dem Sturz eine gute Position."

Farrar nun mit der "taktischen Reife"

Farrar, dem zuvor die Härte für einen Sieg bei der Tour abgesprochen worden war, verwies in Redon den Franzosen Romain Feillu (Vacansoleil) und Jose Joaquin Rojas m (Spanien/Movistar), der das Grüne Trikot eroberte, nach 198 Kilometern auf die nächsten Ränge.

Bei seinen zwei bisherigen Teilnahmen hatte es für Farrar nie zu Rang eins gereicht. Nun gewann er ausgerechnet am amerikanischen Unabhängigkeitstag.

"Ich habe jetzt die taktische Reife, das Timing war perfekt", sagte er.

Zudem holte Farrar nach dem Garmin-Erfolg im Mannschaftszeitfahren den zweiten Sieg in Folge für das Team. Sein Tour-Start war wegen des Unglücks um Weylandt lange fraglich gewesen.

Hushovd bleibt in Gelb

Die Klassementfahrer blieben diesmal von Pannen verschont, das Finale endete ohne einen gravierenden Sturz.

So verlor auch Titelverteidiger Alberto Contador (Spanien/Saxo Bank) keine weitere Zeit. In der Gesamtwertung gab es demnach keine Veränderung.

Straßenweltmeister Thor Hushovd (Norwegen/Garmin-Cervelo) behauptete die Spitze und fährt weiter im Gelben Trikot.

Greipel und Cavendish liegen schon seit längerer Zeit im Clinch. Noch 2010 standen beide gemeinsam im Team HTC. Als Greipel jedoch trotz vieler Siege für die vergangene Tour verschmäht und stattdessen Cavendish nominiert wurde, entschloss sich der gebürtige Rostocker zum Wechsel nach Belgien.

Der streitbare Cavendish gewann 2010 fünf Etappen, diesmal reichte es für keinen von Beiden.

Gelb-Wechsel auf Etappe vier?

Am Dienstag bekommt das Peloton die Begeisterung der Bretonen zu spüren.

An der legendären Mur-de-Bretagne, dem "bretonischen Alpe d'Huez", könnten die Klassementfahrer das Finale bestimmen (423786DIASHOW: Die Etappen-Profile).

Die zwei Kilometer lange, kerzengerade Straße wird von Tausenden Fans gesäumt sein, deren Jubel einen ersten Vorgeschmack auf die großen Bergankünfte der Pyrenäen und Alpen geben wird.

Gilbert, der sich nach seinem Auftakterfolg an seinem 29. Geburtstag selbst das schönste Geschenk machen will, zählt auch zu den großen Siegaspiranten. Nach den 172,5 Kilometern, die in Lorient beginnen, wird es wohl einen neuen Träger des Gelben Trikots geben.

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