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Cadel Evans belegte 2007 und 2008 bei der Tour de France Platz zwei © getty

Der Australier ist der große Profiteur der ersten beiden Etappen und mausert sich zum heißen Anwärter auf den Gesamtsieg.

Redon - Cadel Evans waren die 23 brutalen Kilometer des Mannschaftszeitfahrens in Les Essarts nicht anzumerken.

Scherzend und verblüffend gelassen spulte der Australier am Sonntag sein Regenerationsprogramm auf dem Trainingsfahrrad ab.

Der 34-Jährige vom Team BMC Racing präsentiert sich bei der 98. Tour de France nicht nur in bester Laune, sondern mit zwei zweiten Plätzen auf den ersten beiden Etappen auch in bestechender Form.

Evans hat das Gelbe Trikot in Reichweite und ist zu einem der Top-Favoriten der Frankreich-Rundfahrt avanciert. (DATENCENTER: Tour de France 2011)

Konkurrenz zittert bereits

"Unser primäres Ziel war es, keine Zeit zu verlieren und vielleicht sogar etwas Boden gutzumachen. Dass wir hier vorne dabei waren und fast gewonnen haben, heißt schon etwas. Wir machen unsere Hausaufgaben und bleiben dran", sagte Evans, der auch auf der dritten Etappe am Montag (Bericht) keine Zeit verlor und weiter eine Sekunde hinter Spitzenreiter Thor Hushovd (Norwegen/Garmin-Cervelo) liegt.

Dranbleiben. Eine eher defensive Umschreibung für ein sehr offensives Ziel. Das heißt im Fall Evans zunächst die Übernahme des "maillot jaune".

Am Dienstag, wenn das Feld den schweren Zielanstieg zur Mur-du-Bretagne zu bewältigen hat, soll der Sprung an die Spitze erfolgen. Die Konkurrenz zittert bereits.

Der Norweger Thor Hushovd, der am Sonntag Gelb übernommen hatte, sagte: "Wenn Evans an der Mur-du-Bretagne antritt, wird es sehr schwer sein zu folgen." Oder dranzubleiben.

Contador gibt sich noch nicht geschlagen

Drangeblieben an Evans und der Spitze ist der als Top-Favorit ins Rennen gestartete Titelverteidiger Alberto Contador schon auf der ersten Etappe nicht (Bericht).

Ein Massensturz hatte den Spanier über eine Minute auf die Konkurrenz gekostet, am Sonntag kamen nach einer unbefriedigenden Mannschaftsleistung mit Saxo Bank fast 30 weitere Sekunden hinzu.

Contador übte sich in Zweckoptimismus und sprach überraschend von einem "sehr zufriedenstellenden Zeitfahren".

Der dreimalige Tour-de-France-Sieger gibt sich nicht geschlagen und will "auf keinen Fall das Handtuch werfen". Die Favoritenrolle reichte er dennoch weiter.

Contador: Andy Schleck und Evans Favoriten

"Evans ist ein solider Fahrer, der in der Lage ist, seinen Rivalen Zeit abzunehmen", sagt Contador und stellt ihn mit seinem großen Herausforderer Andy Schleck (Luxemburg/Leopard Trek) auf eine Stufe.

"Ich habe fast zwei Minuten Rückstand zur Spitze, und Andy ist sehr stark in den Bergen. Ich denke die beiden sind nun die Favoriten", so Contador weiter.

Ein beherzter Angriff Evans' im Finale der vierten Etappe (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) könnte Contadors Einschätzung nicht nur bestätigen, sondern ihm auch weitere Zeit kosten.

Fränk Schleck: "Evans ist sehr stark"

Dem Lager von Leopard Trek, dem Team der Brüder Andy und Fränk Schleck, sind die Leistungen Evans' ebenfalls nicht verborgen geblieben.

"Wir sollten nicht nur auf Contador schauen. Es gibt eine Reihe starker Konkurrenten", sagte Fränk Schleck.

Auf einen Namen festlegen wollte sich der Luxemburger zunächst nicht, ließ sich dann aber doch noch aus der Reserve locken: "Evans. Er ist sehr stark".

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