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Mark Cavendish gewann 2011 zwei Etappen und das Mannschaftszeitfahren beim Giro d'Italia © getty

Der eigenwillige Sprinter muss einen ersten herben Dämpfer einstecken. Die Schuld suchte der Brite aber bei der Konkurrenz.

Mur du Bretagne - Es sollte der erste große Auftritt des Mark Cavendish werden, doch der selbst ernannte König der Sprinter erlebte einen Tag zum Vergessen.

Statt bei der 98. Tour de France zum ersten Etappensieg und ins Grüne Trikot zu rasen, gab es eine Beinahe-Kollision mit Romain Feillu vor dem Ziel, dazu den Abzug seiner Punkte aus dem Zwischensprint (3. Etappe: Lange Gesichter bei den Favoriten: Farrar triumphiert).

Cavendish, der nur Fünfter wurde, verstand die Welt nicht mehr.

Die Niederlage machte er vor allem an Anderen fest, speziell Feillu bekam den Zorn des Briten zu spüren.

"In der letzten Kurve war ich im Duell mit (Jose Joaquin) Rojas, als Kamikaze-Feillu angeflogen kam und mir den Weg abgeschnitten hat. In jedem Sprint sorgt er für Chaos", sagte Cavendish nach der Zielankunft in Redon frustriert.

Wutentbrannt war "Cav" nach dem Rennen in den Teambus gestapft und hatte seinem Frust mit einem Schlag gegen die Scheibe freien Lauf gelassen.

"Das garantiert keinen Erfolg"

Feillu, der Franzose mit den vermeintlich selbstzerstörerischen Charakterzügen, konnte sich dagegen ein wenig Schadenfreude nicht verkneifen.

"Ich bin zufrieden, dass sich alles ein bisschen verteilt und es keine Dominanz von Cavendish gibt", sagte der Kapitän vom Team Vacansoleil, Zweiter der Etappe nach Redon und ergänzte: "Nur weil ein Team einen Sprintzug aufzieht, garantiert dir das keinen Erfolg."

Tatsächlich lag die Ursache für Cavendishs Misserfolg im Zielsprint an der schwachen Leistung seines Teams HTC-Highroad.

"Nichts richtig gemacht"

Die falsche Abstimmung und der fehlende Rhythmus sorgten auch dafür, dass die deutsche Tour-Hoffnung Tony Martin viel zu früh an der Spitze des Feldes auftauchte - sein verwunderter Blick sprach Bände.

Cavendishs Anfahrer Mark Renshaw gab sich im Vergleich zu seinem Kapitän weitaus selbstkritischer.

"Wir haben nichts richtig gemacht. Wir haben einfach kein perfektes Rennen gemacht und deshalb nicht gewonnen. Wir waren übermotiviert und haben den Preis gezahlt", sagte Renshaw.

Cavendish weiß nicht, warum

Dabei hatte es zwischenzeitlich nach einem Traumtag für Cavendish ausgesehen. Beim Zwischensprint nach 104 Kilometern bezwang er seine Kontrahenten im Peloton.

Allerdings lieferte er sich dabei eine Rangelei mit Straßenweltmeister Thor Hushovd (Norwegen/Garmin-Cervelo). Die Folge: Die Rennkommission erkannte noch am Abend beiden ihre Punkte ab, Cavendish verlor zehn Zähler.

"Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, warum", teilte Cavendish via "Twitter" mit und mutmaßte gar über persönliche Motive hinter der Entscheidung - er ist halt nicht jedermanns Liebling.

Die nächste Gelegenheit für den ersten Erfolg bietet sich ihm am Mittwoch, wenn nach 164,5 den Kilometern von Carhaix nach Cap Frehel ein weiterer Massensprint wahrscheinlich ist (423786DIASHOW: Die Etappen-Profile).

Die Vorzeichen stehen gut: Auch im letzten Jahr startete Cavendish nur mäßig in die Tour, holte sich dann aber am fünften Renntag den ersten von fünf Etappensiegen.

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