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Marcus Burghardt (l.) wechselte 2010 von Columbia zu BMC © imago

Mit seiner Energieleistung bei der vierten Etappe ebnet Marcus Burghardt seinem BMC-Kapitän den Weg für dessen größten Erfolg.

Cap Frehel - Marcus Burghardt wollte die Loblieder nicht hören.

"Ich habe nur meine Arbeit erledigt", sagte der deutsche Radprofi vom Team BMC, nachdem er seinen Kapitän Cadel Evans auf der vierten Etappe der Tour de France in Mur-de-Bretagne zum Sieg gezogen hatte. "Marcus ist mein Held", sagte Evans.

Ähnliche Töne kommen auch aus dem Erzgebirge, wo der gebürtige Zschopauer Burghardt seine Wurzeln hat (425304DIASHOW: Die Bilder der Tour).

Dort, bei seinem Jugendverein RSV 54 Venusberg, sind sie ihm für sein Engagement wohl auf ewig dankbar. Burghardt unterhält ein eigenes Nachwuchsteam, kümmert sich um Sponsoren und gibt Tipps für die Rennen.

Anschiss vom Trainer

"Ich will dem Verein etwas zurückgeben. Er hat mir vor vielen Jahren sehr viel gegeben und mir das Radfahren beigebracht. Ich denke, das ist eine gute Möglichkeit", sagte Burghardt. Er wolle so finanzschwache Familien in der Region unterstützen.

Allerdings wird Burghardt, mittlerweile in Tägerwilen in der Schweiz wohnhaft, aus Zeitmangel nur noch selten persönlich vorstellig (423786DIASHOW: Die Etappen-Profile).

"Ich habe schon einen Anschiss von meinem ehemaligen Trainer Klaus Fischer bekommen, dass ich dieses Jahr noch nicht da war. Aber es hat bisher einfach noch nicht reingepasst", sagte Burghardt.

Fanklub in Belgien

Wenn er in den Frühjahren als aussichtsreicher Kandidat in die Klassiker geht, drücken sie ihm nicht nur im Erzgebirge die Daumen. Ein belgischer Fanklub ist immer an der Seite des 28-Jährigen.

"Als wir Marcus' Eifer und Talent während seiner ersten Rennen auf belgischem Boden sahen, beschlossen wir, ihn speziell zu unterstützen", sagen die Initiatoren, die sich seit 2005 für Burghardt begeistern.

Der Sachse fühlt sich geehrt: "Als deutscher Radfahrer in Belgien einen Fanklub zu bekommen, ist sicher nicht selbstverständlich. Das hat mich wahnsinnig gefreut. Daran sieht man, dass meine Leistung im Ausland anerkannt wird."

Im Dienst der Familie

Sitzt der 28-Jährige nicht im Sattel, stellt sich Evans' Edelhelfer in den Dienst seiner Familie. "Sie ist mein größter Ausgleich. Da versuche ich mir die meiste Zeit für zu nehmen", sagte der Vater einer zehn Monate alten Tochter.

In der Schweiz, in die ihn vor allem "die besseren Traningsbedingungen" gezogen haben, trifft er sich zu Ausfahrten und privaten Anlässen mit Radprofi und Freund Bert Grabsch (HTC-Highroad).

"Immer etwas zu erzählen"

Bei der Tour de France hat Burghardt regen Kontakt mit dem Österreicher Bernhard Eisel (HTC-Highroad): "Ich verstehe mich sehr gut mit ihm". Eisel sei ein sehr sympathischer Typ, mit dem er sich auch während des Rennens viel unterhalte.

"Gerade bei der Tour sieht man so viel, du hast so viele Sachen im Kopf. Du hast immer etwas zu erzählen", sagte Burghardt und ergänzte schnmunzelnd: "Bei Abfahrten halten sich die Gespräche aber in Grenzen."

Seine Begeisterungsfähigkeit für das größte Radrennen der Welt ist jedoch nicht uneingeschränkt. "Auf wen ich verzichten könnte, ist der Mann im Besenwagen", sagte Burghardt. Fahren er und Evans weiter so stark wie bisher, ist eine Begegnung eher unwahrscheinlich.

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