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Mark Cavendish holte in Chateauroux 2008 seinen ersten Tour-Etappensieg © getty

Ausgerechnet gegen den Erzfeind zieht der deutsche Sprinter im Finish der 7.Etappe den Kürzeren. Zwei große Namen scheiden aus.

Chateauroux - Der Brite Mark Cavendish hat seinen deutschen Dauerrivalen Andre Greipel in einem packenden Duell wieder in die Schranken gewiesen und ist auf dem besten Wege, bei der 98. Tour de France eine Siegesserie zu starten.

Der exzentrische Kapitän des Teams HTC-Highroad holte auf der 7. Etappe nach 218 km in Chateauroux seinen zweiten Tageserfolg bei der Tour 2011. (425304DIASHOW: Die Bilder der Tour).

Es war insgesamt bereits der 17. Etappensieg für den 26-Jährigen, der damit auch seine Position als weltbester Sprinter untermauerte.

Der gebürtige Rostocker Greipel (Omega Pharma-Lotto) kam nur knapp geschlagen auf den dritten Rang. "Ich bin früh angetreten, um 'Cav' zu überraschen. Es hätte fast geklappt", sagte Greipel, der auch den Italiener Alessandro Petacchi um Reifenstärke passieren lassen musste.

Siegreiches Wiedersehen für Cavendish

Am Ende der 218 km, die in Le Mans begannen, blieb dem 28-jährigen Deutschen nur, sein Team zu loben. "Alle, auch Philippe Gilbert, haben mich in eine super Position gebracht", sagte Greipel: "Wenn du nichts riskierst, kannst du nicht gewinnen".

2008 hatte Cavendish an gleicher Stelle den ersten Tour-Etappensieg seiner Karriere gefeiert. "Es ist etwas Besonderes, hier wieder zu gewinnen. Die Tour bedeutet mir so viel", sagte er.

Mit dem diesjährigen Erfolg rückte er sich zudem an die achte Stelle der ewigen Siegerliste der Frankreich-Rundfahrt. (DATENCENTER: Ergebnis 6. Etappe)

Auch diesmal war Cavendish von seinen Anfahrern inklusive des Cottbusers Tony Martin perfekt auf letzten Meter geschleppt worden. Auf dem zweitlängsten Teilabschnitt der Tour 2011 hatte sich Greipel lange gewehrt.

"Großer Respekt für Andre und seine Geschwindigkeit. Aber ich wusste, dass er von weit hinten kommt", sagte Cavendish.

In der Gesamtwertung gab es an der Spitze keine Veränderungen. Weltmeister Thor Hushovd (Norwegen/Garmin-Cervelo) verteidigte das Gelbe Trikot mittlerweile zum fünften Mal vor dem Australier Cadel Evans (BMC Racing). (423786DIASHOW: Die Etappen-Profile)

Wiggins bricht sich Schlüsselbein

Andreas Klöden (Mittweida/RadioShack) ist als Fünfter weiterhin bester Deutscher im Klassement, Martin (HTC-Highroad) schob sich auf Platz acht nach vorne.

Überschattet wurde das bisher flachste Teilstück der Tour von einem neuerlichen, folgenreichen Massensturz etwa 38 Kilometer vor dem Ziel. Der britische Kapitän des Teams Sky, Bradley Wiggins, musste daraufhin seine Hoffnungen auf eine Spitzenplatzierung in Paris begraben.

Der Teamkollege des Bonners Christian Knees erlitt einen Schlüsselbeinbruch und konnte nicht weiterfahren.

Auch Leipheimer im Pech

Ebenfalls betroffen waren Klödens Teamkollegen Chris Horner und Levi Leipheimer (beide USA/RadioShack), der Sieger der 6. Etappe, Edvald Boasson Hagen (Norwegen/Sky) und der Amerikaner Tyler Farrar.

Leipheimer hatte später noch einen Reifenschaden und verlor wiederum viel Zeit.

Ein weiteres prominentes Ausfallopfer des Tages war der Belgier Tom Boonen (Quick Step), der den Folgen seines schweren Sturzes vom Mittwoch Tribut zollen musste und vom Rad stieg.

HTC macht Dampf

Die HTC-Mannschaft unterstrich ihre Siegambitionen mit konsequenter Führungsarbeit an der Spitze des Pelotons, das lange Zeit sehr gemächlich unterwegs war.

Im Gegensatz zum Donnerstag erhielt das Team aber stetige Unterstützung von Hushovds Garmin-Cervelo-Crew. Dennoch trug der amerikanische Rennstall wieder das Gros der Verantwortung.

"Wir müssen alles aus den Flachetappen herausholen, bei den vielen ansteigenden Ankünften. Es gibt nicht so viele Möglichkeiten für die klassischen Sprinter", hatte der australische HTC-Sportdirektor Allan Peiper vor der Etappe gesagt. Cavendish erfüllte den Plan perfekt.

Quartett früh in Front

Diesmal legten sich vier Pedaleure gleich nach dem Start mächtig ins Zeug.

Der Spanier Pablo Urtasun (Euskaltel), der Franzose Yannick Talabardon (Saur-Sojasun) sowie die Teamkollegen Gianni Meersman (Belgien) und Mickael Delage (Frankreich/beide FDJeux) bauten einen Maximalvorsprung von 8:10 Minuten auf.

Delage hatte bereits auf der Etappe nach Redon einer Fluchtgruppe angehört und holte sich 29 km vor der Ankunft den Zwischensprint.

Erster Favoriten-Test

Am Samstag erreichen die Fahrer das Zentralmassiv. Genau vor 60 Jahren lenkte der damalige Organisationschef Jacques Goddet die Tour erstmals in diese Mittelgebirgskette. Diesmal führt die Strecke über 189 Kilometer von Aigurande nach Super-Besse Sancy.

Rund 20 Kilometer vor dem Ziel stellt sich den Fahrern mit dem Col de la Croix der bisher schwerste Anstieg in den Weg. Die Favoriten auf den Sieg in Paris werden sich genau beäugen.

Vorstellbar, dass die Podiumskandidaten erste kleinere Attacken starten, um zu sehen, wie gut die Beine der Konkurrenten sind. Hushovd wird wohl vergeblich versuchen, Gelb zu behalten.

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