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Andre Greipel holte bei der Tour Down Under 2010 den Gesamtsieg und das Grüne Trikot © getty

Der deutsche Sprinter ist sauer, da Omega-Pharma-Kollege Philippe Gilbert sein eigenes Süppchen kocht, und hat einen Fürsprecher.

München - Ausgebremst vom eigenen Teamkollegen - das hatte Andre Greipel gerade noch gefehlt.

"Das ist kein Team", schimpfte der deutsche Sprinter aus dem Omega-Pharma-Lotto-Team nach dem Ende der 6. Etappe (Bericht) in Cap Frehel. Auslöser des Wutausbruchs war Philippe Gilberts Verhalten im Zielsprint.

Der belgische Träger des Grünen Trikots war im Finish aus der Teamtaktik ausgeschert und brachte Greipel damit um eine bessere Position vor dem Antritt des späteren Etappensiegers Mark Cavendish. (423786DIASHOW: Die Etappen-Profile)

Der Deutsche war im Ziel sichtlich bedient und verschwand stocksauer im Hotel. Dass ausgerechnet Greipels Erzrivale Cavendish Profit aus Gilberts Alleingang geschlagen hatte, dürfte die Laune auch nicht unbedingt gehoben haben.

Gilbert sieht eigene Chance

Während der Belgier durch seinen zweiten Rang das Trikot für den besten Sprinter der Tour de France eroberte, blieb sein Teamkollege mit Wut im Bauch zurück. (425304DIASHOW: Die Bilder der Tour).

Unterstützung bekommt er von Landsmann Marcel Sieberg, ebenfalls Omega Pharma Lotto: "Gilbert kam auf einmal von rechts und blockierte Andre. Er hatte nicht einmal die Chance zu sprinten."

Dass er mit seinem Verhalten gegen die Teamabsprache verstoßen hatte, war Gilbert durchaus klar. "Ich sollte eigentlich für Greipel den Sprint anziehen. Dann kam ich aber mit so viel Tempo von hinten und habe ein Loch gesehen. Da bin ich dann Vollgas gefahren."

Machtwechsel im Team

Derweil hat sich bei Omega Pharma Lotto offensichtlicht ein Machtwechsel im Sprint vollzogen.

Zum Tour-Start durfte sich Greipel noch als Nummer eins fühlen, doch diese Stellung ist er spätestens seit Gilberts Fahrt ins Grüne Trikot los. (DATENCENTER: Ergebnis 6. Etappe)

"Philippe wird in den kommenden Tagen bei den Zwischensprints und im Finale mitsprinten, um so viele Punkte wie möglich zu sammeln" erklärte Teamchef Marc Sergeant den Rollentausch.

Gilbert gelobt Besserung

Immerhin scheint der Zwist im Team vorerst ausgeräumt. Noch am Abend nach Gilberts Alleingang soll es eine interne Aussprache gegeben haben.

"Wir haben friedlich geredet. Ich habe kein Problem mit Greipel", gab der belgische Meister danach zu Protokoll.

Auf der letzten Flachetappe Richtung Zentralmassiv will sich Gilbert demonstrativ in den Dienst des Deutschen stellen: "Auf der siebten Etappe stelle ich mich in seinen Dienst."

Wie lange der Burgfrieden bei Omega Pharma Lotto im Kampf um das Grüne Trikot aber tatsächlich hält, darf mit Spannung erwartet werden.

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