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Andreas Klöden wechselte zur Saison 2010 von Astana zu RadioShack © imago

Streit um die Rolle der Öffentlich-Rechtlichen: RadioShack-Profi Andreas Klöden beschimpft auf "Twitter" einen Nutzer heftig.

Von Julian Meißner

München - Sportlich läuft es für Andreas Klöden.

Doch abseits der Straße hat sich der deutsche Rennfahrer vom US-Team RadioShack unter der Woche mächtig vergaloppiert.

Klöden beleidigte auf "Twitter" einen Nutzer mit derber Wortwahl.

Der umstrittene Profi hatte über den Kurznachrichtendienst seinen Followern geraten, die Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten von der Tour de France zu meiden und stattdessen aufs Privatfernsehen umzuschwenken. Dort würde "durch eine saubere Brille" berichtet.

"Gibst du ARD und ZDF auch die Schuld am Freiburg-Bericht? Bitte halte den Mund mit deinem Krieg gegen ARD und ZDF und konzentriere dich aufs Rennfahren", schrieb daraufhin "pvdploeg", ein User aus den Niederlanden.

Klödens rüde Replik: "F? you."

Boykott der deutschen Medien

An der Uni-Klinik Freiburg soll es zu Zeiten des Team Telekom, später T-Mobile, ein systematisches Dopingprogramm gegeben haben, auch Klöden zählte zu den Beschuldigten. Verurteilt wurde er nie.

Als Folge der Vorwürfe boykottiert Klöden seit geraumer Zeit die deutschen Medien.

Sturzpech bei RadioShack

Auch während der 98. Tour de France sind Statements des Sachsen nur schwer zu bekommen, meist verschwindet er nach den Etappen kommentarlos im Teambus (425304DIASHOW: Die Bilder der Tour).

Klöden könnte jedoch bald stärker in den Fokus rücken: Sein Teamkollege Levi Leipheimer hat sturzbedingt mächtig Zeit eingebüßt, Janez Brajkovic und Chris Horner als weitere starke Klassementfahrer mussten ebenfalls nach Stürzen bereits aufgeben.

Unverhofft zum Kapitän

Klöden ist so unversehens zum alleinigen Kapitän bei RadioShack aufgestiegen.

Im Gesamtklassement liegt er zehn Sekunden hinter dem Führenden Thor Hushovd aussichtsreich auf Rang fünf darf sich Hoffnungen auf die dritte Podiumsplatzierung bei der "Großen Schleife" nach 2004 und 2006 machen. Leipheimer wird ihm helfen müssen.

Quick Step streckt die Fühler aus

Von Euphorie ist der schweigsame Mittweidaer jedoch weit entfernt, nur so viel lässt sich "Klödi" entlocken: "Man sollte niemanden abschreiben. Auch mich nicht."

Sportliche Optionen bieten sich dem 36-Jährigen offenbar auch perspektivisch genug.

So haben die Belgier von Quick Step ihre Fühler schon einmal ausgestreckt.

Teamchef Patrick Lefevere sagte gegenüber "cyclingnews.com": " Mir gefällt natürlich Contador, aber wenn man sich ernsthaft mit den Jungs beschäftigt, die auf dem Markt sind, ist Klöden vielleicht die beste Wahl."

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